»Schule, wie wir sie kennen, ist obsolet.«

Sugata Mitra

»Die größte Herausforderung der Neuen Welt ist ihre immense Komplexität. […]

Aus dieser Unfähigkeit heraus reagieren immer mehr Organisationen mit der falschen Strategie: Sie wollen Komplexität reduzieren, um weiterhin an ihrem veralteten Funktionieren festhalten zu können. […]

Damit verhindern sie die Lösungen und tragen zur Verschärfung von Krisen bei.« 

Fredmund Malik: Navigieren in Zeiten des Umbruchs. 2015

»Die öffentlichen allgemeinen Schulen sollen mit dem Staate und seinem Endzwecke in dem Verhältnis stehen, dass sie als Stamm und Mittelpunkt für die Erziehung des Volks die Grundlage der gesamten Nationalerziehung bilden. Die Erziehung der Jugend für ihre bürgerliche Bestimmung auf ihre möglichst allgemein menschliche Ausbildung zu gründen, sie dadurch zum Eintritt in die Staatsgemeinschaft zweckmäßig vorzubereiten und ihr treue Liebe für König und Staat einzuflößen, muss ihr durchgängiges, eifriges Bestreben sein.« (Auszug aus dem "Entwurf eines allgemeinen Gesetzes über die Verfassung des Schulwesens im preußischen Staate" (1819), §2)

Unser Schulsystem hat seine Wurzeln in einer Zeit, in der Menschen auf Tätigkeiten in Kasernen, Fabriken oder Büros vorbereitet wurden. Standardisierung war dabei ein wesentliches Ziel und der amerikanische Soziologe  Georg Ritzer spricht von einer »McDonaldisierung der Gesellschaft« mit ihren Werten Effizienz, Berechenbarkeit, Vorhersagbarkeit und Kontrolle, was sich auch in gesellschaftlichen hierarchischen Strukturen widerspiegelte.

Diese Entwicklung im 19. und 20. Jahrhundert hat auch das Schulsystem geprägt. Und »der Frage, ob man ein Thema in einer bestimmten Zahl von Wochen und mit einer bestimmten Wochenstundenzahl angemessen abhandeln kann, wird im allgemeinen wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Stattdessen konzentriert man sich darauf, wie viele Schüler oder Studenten man durch das System schleusen kann und welche Noten sie bekommen; die Qualität des Erlernten und das Bildungserlebnis treten dabei in den Hintergrund.« (Ritzer 2006, S. 111)

Staatliche Beamte mussten austauschbar sein. In Fabriken und Büros war nicht Kreativität gefragt, sondern das sorgfältige Abarbeiten von vordefinierten Tätigkeiten.

Und neben der Standardisierung zeichnet noch etwas das etablierte Bildungssystem aus: überdurchschnittliche Veränderungsresistenz. Und genau da liegt das Problem.

Doch wie Friedmund Malik bemerkt, verschärft die Resistenz zur Veränderung die Krise noch.


Changing Education Paradigms


Der britische Kreativitäts- und Bildungsforscher Sir Ken Robinson zeigt in einem seiner TED-Vorträge auf, warum das Bildungssystem heute nicht mehr zeitgemäß ist.

Ken Robinson / RSA Animate (2010)


3 Zeitalter der Information


Der amerikanische Anglist Bill Rankin zeigt in seinem Vortrag die Veränderungen auf, die durch den Einsatz neuer Medien in den drei Zeitaltern der Information den Umgang mit Informationen, Wissen und Lernen beeinflusst haben.


Macht Lernen dumm?

Richard David Precht und Prof. Dr. Gerald Hüther (2013)