Warum mobiles Lernen?

Weil sich die Welt durch die Verbreitung von Computern und der weltweiten Vernetzung durch das Internet massiv verändert hat.

Bill Rankin, Professor an der Christian Abilene University (Texas, USA) fasst diese Veränderungen zusammen:

 

Weil wir für diese veränderte Welt im 21. Jahrhundert andere Kompetenzen (21st Century Skills) brauchen, wie der Harvard-ProfessorTony Wagner aufzeigt:

 

Weil unsere Schulen ihre Wurzeln in der Aufklärung und dem Industriezeitalter haben und zum Teil noch davon geprägt sind. Sir Ken Robinson zeigt diese Wurzeln auf und veranschaulicht, warum die Konzepte dahinter nicht mehr in unsere Zeit passen:

 

Weil ein eigenständiges, selbstgesteuertes Lernen in Projektarbeit nicht nur auf diese Anforderungen vorbereitet, sondern auch das Lernen intensiviert.

 

Weil es auch noch ganz andere Formen des selbstgesteuerten Lernens mit dem Internet gibt. Der indische Bildungsforscher Sugata Mitra hat in seinen Versuchen (Hole in the Wall) gezeigt, wie effektiv mediengestütztes Lernen sein kann, selbst bei Kindern in indischen Slums, die nie eine Schule von innen gesehen haben:

 

Weltweit starten Schulen und stellen ihr gesamtes System um.

 

Tablet-Computer sind weder Laptops ohne Tastatur noch größere mobile phones, sondern eine völlig neue Art von Computer dessenAndersartigkeit sich erst im Einsatz zeigt. Sie sind intuitiv bedienbar, sofort einsatzbereit, haben eine lange Akku-Laufzeit, lassen sich überall hin mitnehmen, sind leicht und durch Erweiterungen äußerst flexibel im Einsatz.

Sie können dasa problemorientierteund explorative Lernen fördern , wenn sie als mächtige Werkzeuge begriffen werden, mit deren Hilfe sich Lerner mit Thematiken auseinanderzusetzen, diese erkunden, recherchieren, etwas auszuprobieren, etwas erstellen (Video, Foto, Ton, Text) und die Ergebnisse dokumentieren und  präsentieren.

Erfahrungen an einer Karlsruher Grundschule zeigen genau dies, dass nämlich schon Erstklässler mit diesem »Werkzeug« arbeiten und souverän ihre Arbeitsergebnisse präsentieren können.

Tablets ermöglicht nicht nur das explorative und kollaborative Lernen, sondern verleiten geradezu dazu. Hierdurch wird nicht nur Unterricht anders, auch die Rollen verändern sich

  • Schüler werden vom Rezipienten zum Produzenten
  • Lehrern werden zu Lernbegleitern
  • das Lernen wird individualisiert und biete auch schwächeren Schülern neue Perspektiven
  • das gemeinsame Lernen wird durch Projektarbeit gefördert
  • Medien- und Informationskompetenz wird  erworben
  • Technologien  werden ein natürlicher Teil des Unterrichts, gleichzeitig bekommen sie eine »dienende« Funktion und stehen nicht mehr so stark im Mittelpunkt, wie dies beim Unterricht im Computerraum der Fall war

 

Bei all dem kommt es aber auf die pädagogischen Konzepte an, denn die Technologie ist kein Wundermittel. Sie muss angemessen eingesetzt werden. Zuerst das Konzept, dann das Werkzeug. Oder um es mit den Worten Tony Bates zu sagen: »Good teaching may overcome a poor choice in technology, but technology will never save bad teaching.«