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Lernen in Rollen/Beziehungen

In der Zukunft in Rollen und Beziehungen lernen? Wer sich darunter nicht viel vorstellen kann, ist hier genau richtig. Wir haben uns gefragt: Wird den Lehrkräften das bisherige Verständnis ihrer Rolle abgeschrieben? Schafft Feedback eine engere Lehrer-Schüler-Beziehung? Effektive Gruppenarbeit, geht das? Können Schüler gleichzeitig von- und miteinander lernen? Daraus ergaben sich vier große Themengebiete: Beziehung zwischen Lehrern und Schülern, Feedback statt Noten, Gruppenarbeiten und Lernen von- und miteinander. Zu diesen Themengebieten haben wir ausführlich recherchiert und wollten uns zusätzlich gerne einen Überblick über die aktuelle Situation, die Meinungen der Lehrer und Schüler und ihren Wünschen für die Zukunft verschaffen. Darum haben wir zusätzlich zwei Umfragen, jeweils eine für Lehrer und eine für Schüler, erstellt und Erfahrungsberichte zu genau diesen Themen von drei sehr unterschiedlichen Schulen verschiedener Länder eingeholt.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.

Ergebnisse unserer Umfrage

Die Umfrage für Schüler und die Umfrage für Lehrer sind inhaltlich sehr ähnlich strukturiert, um die Einschätzungen der jeweiligen Gruppen miteinander vergleichen zu können. Wir haben uns Mühe gegeben, möglichst interessante Fragen zu finden, diese verständlich zu formulieren und geeignete Antwortmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Am Ende jedes Themenbereichs hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, weitere Gedanken, Anregungen, Kritik oder Sonstiges anzumerken. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse sind sehr wertvoll für unser Thema „Lernen in Rollen und Beziehungen“.

Beide Umfragen wurden mit Google erstellt und waren vom 05.12.2020 bis zum 31.12.2020 geöffnet. In diesem Zeitraum haben 100 Schüler aus verschiedenen Jahrgangsstufen und 16 Lehrer an der Umfrage teilgenommen und ihre Antworten abgegeben. 98% der Schüler besuchten die Schulform Gymnasium und alle Lehrer unterrichteten ebenfalls an verschiedenen Gymnasien. Die Ergebnisse dieser Umfrage beziehen sich ausschließlich auf die Personengruppe der Teilnehmer. Ob sie auf andere Gruppen übertragbar sind, müsste separat untersucht werden.

In den folgenden Abschnitten wird in jedem Themenbereich einzeln auf die jeweiligen Umfrageergebnisse eingegangen. 

Den genauen Aufbau der Umfrage und die Umfrageergebnisse können sie hier einsehen:

Link zu den Umfrageergebnissen der Schüler-Umfrage

Link zu den Ergebnissen der Lehrer-Umfrage

Screenshots der Umfrageergebnisse, erstellt durch Google-Formulare


Die Rollen von Lehrern und Schülern

Egal ob man sich an seine Schulzeit zurückerinnert oder gerade noch tief in seiner Schulzeit steckt – jeder scheint sie zu kennen: Die stereotypen Arten von Lehrern und Schülern.

Foto: Pixabay

Graphik erstellt von Anna Pöpperl

Lehrer

Klassischerweise hat doch jede Schule diese verplanten und inkompetenten Lehrer, bei denen sich alle Schüler fragen, wieso diese Lehrer legal unterrichten dürfen (falls man das überhaupt so nennen kann, denn meistens bestimmt in diesen Fällen eher die Klasse, wo der Hase läuft). Dann gibt es da noch diese Lehrer, die so streng sind, dass alle Stimmen im Gang verstummen, sobald die Runden durch das Schulhaus gezogen werden und die verhassten Blicke der Schüler in ihrem Rücken entweder gekonnt ignorieren oder konsequent bestrafen. Natürlich haben wir dann noch unsere unglaublich sympathischen und coolen Lehrern im Kopf, welche gern einmal den Unterricht mit einem Film unterstützen und bei vergessenen Hausaufgaben das ein oder andere Auge zudrücken. Hier wird zwar teilweise auch nicht so intensiv unterrichtet, wie die strengen Kollegen und Kolleginnen es tun würden, aber die Schüler scheint es nicht zu stören.

Schüler

Auch bei Schülern sind uns einige Typen im Kopf geblieben. Fangen wir ganz klassisch an: Der Streber ist natürlich diese eine nervige Person, die sich ständig beim Lehrer einschleimt, alle verbessert und immer die besten Noten absahnt – fast als würde das Leben dieser Person aus nichts anderem als Schule bestehen. Dieser Streber muss aber auch den ein oder anderen Kommentar vom altbekannten Klassenclown einstecken. Diese Person musste auch wirklich aus allem einen Witz machen, auch wenn sie es nicht unbedingt immer schaffte, dass der Witz auch überall als witzig ankam. Dann gab es noch ganz hinten in der Ecke diesen einen Schüler, der sich als der „Coole“ zu erkennen gab. Cool heißt in dem Sinne, einfach keinerlei Interesse an Unterricht, Schule oder generell Bildung zu zeigen und die einzige Arbeitshaltung, die man bei diesem Schüler fand, war die Arbeitsverweigerung. Ob das tatsächlich so cool war hat man als „normal denkender“ Außenstehender glücklicherweise oft genug in Frage gestellt.
Dummerweise ist das, wie so oft, nicht ganz so einfach. Wieso geistern diese einfältigen Auffassungen von unseren Lehrern, Schülern und Mitschülern in unseren Köpfen herum?

Schüler sind Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene und sozusagen gerade im Machen. Ihnen geht in der Regel viel im Kopf herum was nicht unbedingt etwas mit Schule zu tun hat und definieren sich genauso wenig nur über ihr Auftreten in der Schule. Auch wenn man als Lehrer meist nur in der Schule in Kontakt mit seinen Schülern tritt, muss die Lehrkraft im Hinterkopf behalten, dass Schülern mehr im Kopf herumschwirrt als nur die Integration einer Funktion oder nur der chemische Prozess der Photosynthese. Das kann, wie wir aus unserer eigenen Erfahrung wissen, für Schüler wirklich frustrierend werden. Man fühlt sich nicht verstanden, man fühlt sich unter Druck gesetzt, man merkt, wie alles immer mehr wird, aber man kann sich in diesen Momenten einfach nicht konzentrieren. Dabei kommt noch etwas anderes ins Spiel: Jeder Schüler hat individuelle Fähigkeiten, Voraussetzungen, Schwierigkeiten, Methoden und Interessen. Jeden Schüler also als Teil der gleichen undurchsichtigen Masse zu betrachten kann doch gar nicht richtig erscheinen? Sollte man den Schülern, die beispielsweise mehr Zeit und Unterstützung brauchen, diese nicht auch bieten? Und sollte man nicht die Begabungen und Interessen der Schüler gezielt fördern?

Als Schüler fühlt man sich, unserer Erfahrung nach, oft als unbedeutender kleiner Teil der großen Masse und geht oft unter. Das muss sich ändern. Schüler sind nicht nur Schüler. Es Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit individuellen Bedürfnissen, welche genauso individuell an die Hand genommen werden sollten.

In erster Linie hat ein Lehrer natürlich seinen Bildungsauftrag zu erfüllen, jedoch achtet ein guter Lehrer auch darauf, dass dieser Bildungsauftrag bei den Lernenden ankommt. Nur sollte das nicht das einzige Kriterium sein, welches ein Lehrer erfüllen sollte, um sich einen guten Lehrer nennen zu können. Wie eben schon beschrieben, darf ein Schüler in seiner Rolle als dieser nicht auf diese beschränkt und in dieser eingeengt werden. Ein Lehrer sollte gewollt sein eine persönliche und offene Beziehung zu seinen Schülern aufbauen und dafür zu sorgen, dass jeder Schüler sich gesehen sieht. Die Leistung der Schüler sollte anerkannt werden und hat ausführliche, individuelle Rückmeldung verdient. Er sollte den Schülern Verständnis entgegenbringen, ihnen den Spaß am Lernen vermitteln, ihr Selbstvertrauen in ihre Fähigkeiten stärken, ihnen zeigen, dass er sich Mühe für seine Schüler gibt und noch vieles mehr.

Wissensvermittlung ist also nicht alles und damit bekommt die Beziehung von Lehrern und Schülern einen völlig neuen Stellenwert zugeschrieben.

Ergebnis der Umfrage Lehrer-Schüler-Beziehung

Sowohl Lehrer als auch Schüler geben an, den Unterricht vor allem durch ein ausgeglichenes Verhältnis von Frontalunterricht, Gruppenarbeiten und Einzelarbeiten zu erleben. Projektarbeiten scheinen aber auch nicht außen vor gelassen zu werden.
90% der befragten Schülerinnen und Schülern können einen Zusammenhang zwischen der Sympathie zu einer Lehrkraft und der eigenen Motivation für das jeweilige Fach erkennen.
Schüler wünschen sich vermehrt den Unterricht mitzugestalten (66%), genauso wie Lehrer sich gerne den Schülern vermehrt die Chance geben würden, den Unterricht mitzugestalten (68,8%).
75% der Schüler geben an, dass sie vor allem einen vom Lehrer abhängigen Unterschied ausmachen können, ob sich die jeweilige Lehrkraft sich auch persönlich für ihre Schüler interessiert. Verständnis für das persönliche Wohlbefinden (z.B. Müdigkeit, schlechte Laune, …) geben 50% der befragten Lehrer als vorhanden an, während die restlichen 50% diese nur situationsbedingt verorten können.

Auch haben 75% der Schüler angegeben, dass ihnen die Möglichkeit gegeben wird, den Lehrkräften Feedback zu geben. Leider haben von diesen 75 Schüler nur 46 das Gefühl, dass ihr Feedback auch berücksichtigt und umgesetzt wird. 19% der befragten Schülerinnen und Schüler würden sich die Möglichkeit wünschen, ihren Lehrern Feedback zu geben. Unter den befragten Lehrern gab jeder einzelne an Feedback der Schüler entgegen zu nehmen und auch zu versuchen, das Feedback umzusetzen.

Allgemein hatten die Schüler noch folgendes anzumerken: Sie wünschen sich mehr individuelle Betrachtung von ihren Lehrkräften und wollen nicht ab dem ersten Schultag an in Schubladen gesteckt werden, aus denen sie dann nicht mehr herauskommen. Außerdem wünschen sie sich eine persönlichere Beziehung zu ihren Lehrern, die auch Einfühlsamkeit, Fairness und das Interesse für das Leben der Schüler außerhalb der Schule mit sich bringt. Manche Schüler haben angemerkt, dass sie sich wünschen, dass Lehrer die Probleme und Kritik der Schüler ernster nehmen. Die Nachfrage nach der Nutzung von mehr Medien wurde genannt, ebenso wie die Verbesserung der Unterrichtsmethodik: Manche Lehrer geben sich nicht genug Mühe und lassen die Klasse entweder gelangweilt, überfordert oder einfach auf sich selbst gestellt zurück.

Lehrer hatten folgendes zusätzlich anzumerken: Hier wurde vor allem kritisiert, dass den Lehrern meist einfach zu wenig Zeit zur Verfügung steht, um individuell auf jeden Schüler eingehen zu können oder für individuelle Entwicklung, um das Lernklima zu verbessern oder um Feedbackgespräche neben der Notengabe bewerkstelligen zu können. Als Grund wurde der Druck durch Lehrpläne und anstehende Klassenarbeiten und das hohe Pensum an außerunterrichtlichen Verpflichtungen und administrativen Aufgaben genannt.

Graphik erstellt von Anna Pöpperl

Die Beziehung von Lehrern und Schülern

„Eine gute Lehrer-Schüler-Beziehung ist wichtig für erfolgreiches Lernen und Lehren. Denn wer respektiert und ernstgenommen wird, baut Vertrauen auf, fühlt sich wohl, ist motiviert und engagiert. Das haben Studien längst bewiesen.“ (Cornelsen, 2019)

Natürlich ist die Lehrer-Schüler-Beziehung rollentechnisch gesehen keine Beziehung auf Augenhöhe – der Lehrer ist und bleibt in seiner Rolle der Lehrende, welchem bestimmte Charakteristika wie Autorität und der Erfüllung des Bildungsauftrags zugeschrieben werdenmüssen. Trotzdem müssen wir uns von einer Vorstellung verabschieden: Lehrer sind nicht nur Wissensvermittler!

Denken wir an unsere Schulzeit, werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit am positivsten an die Lehrer zurückdenken, die es geschafft haben, dass wir uns im Unterricht wohl gefühlt haben. Als wir in der Gruppe über unsere Schulzeit reflektiert haben, ist uns das nämlich am deutlichsten aufgefallen. Es waren immer die Lehrer, die selbst eine Begeisterung für ihr Fach ausstrahlten und Spaß am Vermitteln hatten, die uns fair und respektvoll gegenübergetreten sind, für (fast) jeden Spaß zu haben waren. Sie konnten uns aber auch souverän in Schach halten. Diese Lehrer hatten sich unseren Respekt verdient, nahmen sich Zeit für uns, gaben uns das Gefühl ein offenes Ohr zu haben, zeigten Verständnis, vertrauten uns und unseren Fähigkeiten und konnten uns motivieren.

Man hat als Schüler einen Draht zu diesen Lehrern aufgebaut und gemerkt, dass andersherum auch etwas geschah. Dieses respektvolle und offene Verhältnis fördert das Wohlbefinden und Vertrauen zwischen Schülern und Lehrern und kann zu völlig neuen Perspektiven führen: Die Schüler sind motivierter, selbstbewusster, fühlen sich freier, haben mehr Spaß am Lernen, zeigen mehr Engagement und verbessern vielleicht sogar ihre Leistung. Dabei kann dieses klassische Konzept vom Lehrer als Wissensvermittler, welcher an der Tafel steht und versucht den Schülern den Unterrichtsstoff beizubringen, auch getrost vernachlässigt werden. Der Lehrer sollte ebenso Wissensvermittler, wie Lernbegleiter und Bezugsperson sein. Der Lehrer muss also nicht immer die aktive Rolle des Vermittlers übernehmen, sondern kann auch in die passivere Rolle des Begleiters treten, welcher den Schülern die benötigte Hilfe und Unterstützung bietet, aber den Schülern die Freiheit über ihren Lern- und Arbeitsprozess überlässt. Das kann beispielsweise in Projekt- und Gruppenarbeiten, im freiem Lernen und bei diversen schulischen Veranstaltungen verstärkt umgesetzt werden.

Inspirationen und weiterführende Links:

Betzold TV. (2019, 18. April). Der gerechte Lehrer [Video]. YouTube. 

Cornelsen. (2019, 24. Oktober). Wer sich wohlfühlt, lernt besser. Cornelsen Verlag. 

Eser, K. (2014). Lernen in Beziehungen. Bildung braucht Bindung. Lernen Fördern, 3, 12–21. 

Klasse Lehrer? (2018, 19. Oktober). [Video]. 3sat-Mediathek. 

Walter-Laager, C. & Pfiffner, M. (2008, Dezember). Soziale Beziehungen und Effekte im Unterricht – ein altersunabhängiges Phänomen? Empirische Untersuchung zu Einflüssen der sozialen Beziehungen im Unterricht auf Motivation, Fähigkeitsselbstkonzept und Leistung bei Kindern und Jugendlichen. Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. 

Zickgraf, V. A., Baumann, V. J. & Hans-Peter Fischer, V. (o. D.). Was macht einen guten Lehrer aus? Friedrich Verlag

Feedback statt Noten

Können Schulen in der Zukunft Noten durch Feedback ersetzen? Und was sind die Vorteile von Feedback?

Warum ist ein ausführlicheres Feedback besser als eine Note?

Lernmotivation

Schon von Geburt an haben Menschen das Bedürfnis zu lernen. Doch diese angeborene Motivation wird durch Noten verändert, aus dem Bedürfnis zu lernen, wird das Streben nach einer guten Note. Aber was ist, wenn man häufiger eine schlechte Note bekommt?
Kinder die nur eine Note als Rückmeldung bekommen und kein ausführliches Feedback, verlieren dadurch ihre Motivation und können ihre Fähigkeiten und das was sie gut können nicht voll ausschöpfen. Auf der Seite von Kontrast.at kann man noch viele weitere Dinge zum Thema: „Feedback ist besser als Noten“ lesen. (Quelle) 

Prof. Dr. Joachim Bauer ist Arzt, Psychotherapeut, Neurowissenschaftler. Er beschäftigt sich auch mit dem Thema Lernen und der Motivation. In einem Interview über Pädagogik in der Schule sagt er, dass durch Tests und Noten die angeborene Motivation zu lernen verloren geht, Schüler lernen erfolgreicher und schneller durch eine ausführliche Rückmeldung. Mit dem Link kommen sie direkt zu dem Interview. 

Durch Feedback weiß man viel mehr über den tatsächlichen Leistungsstand, den Fähigkeiten und den Leistungs-Lücken des Kindes, dadurch lernen sie schneller, tiefer und grundlegender. Das Individuum wird mehr beachtet. 

Man erfährt durch eine Note nicht, was ein Kind wirklich kann. Die Note bildet sich aus verschiedenen Bewertungskriterien, und daraus ergibt sich dann ein Durchschnitt, die Note. Z. B. in einem Referat kann es sein, dass die Präsentation gut war, der Schüler flüssig reden kann und ein ausgesprochenes Talent dafür hat, sich gut zu Präsentieren, aber der Inhalt einfach nicht ganz gepasst hat. Nur allein durch eine Note, ohne eine richtige Rückmeldung, weiß dies der Schüler gar nicht und kann dadurch nicht wirklich seine Fähigkeiten weiter ausbauen und seine Defizite verbessern. Die Gesamtnote macht verschiedene Teilbewertungskriterien unsichtbar. (Quelle) 

Ein ausführliches Feedback schafft mehr Klarheit für den Lernenden.

Bekommt man eine Note und ein Feedback liest man sich das Feedback nicht mehr richtig durch, bekommt man nur ein Feedback hat man in Ruhe Zeit sich alles durchzulesen und zu erkennen, was man gut gemacht hat und was nicht. Dies fördert, dass man seine Lücken erkennt und verbessern kann, aber das Vergleichen untereinander fällt weg. Dies ist gut, denn lernen sollte kein Wettbewerb sein, die Schüler sollten sich auf ihren eigenen Lernerfolg konzentrieren. 

Feedback ist besser als eine Note

Es gibt verschiedene Studien, die erforscht haben, dass Feedback besser für die Schüler ist als Noten. 

Eine Studie der Forscherinnen A. Lipnevich und Jeffrey K.Smith zeigt, dass Rückmeldungen den Lernprozess beschleunigen. 

Der Wissenschaftler John Hattie hat mehrere Studien analysiert. Auch er zog daraus, dass Feedback viel besser ist als Noten.

Graphik erstellt von Anna Werz

Schulen und Länder ohne Noten

Keine Noten von der 1. bis zur 8. Klasse

Die Max-Brauer-Schule gibt von der ersten bis zur achten Klasse keine Noten. Die Schüler bekommen immer zeitnah eine Rückmeldung über ihren Lernstand. Dabei wird die Lernentwicklung berücksichtigt. Es gibt mündliche Feldbackrunden aber auch schriftliche Rückmeldeberichte (Zeugnisse).
Wichtig ist es dieser Schule:

  • die Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung positiv zu unterstützen
  • Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten geben, aber auch das Positive hervorheben.

Ab der neunten Klasse bekommen die Schüler Noten. (Quelle)

Lernentwicklungsberichte

Die Integrierte Gesamtschule Franzsches Feld hat Lernentwicklungsberichte entwickelt,
um den Schüler/innen (und ihren Eltern) Rückmeldungen über ihr Lern-, Arbeits- und Sozialverhalten zu geben und damit den Aufbau von Selbstwertgefühl und Solidarität in den Lerngruppen zu fördern. (Quelle) 

Finnland

Ein Land geht mit gutem Beispiel voran. Das Vergleichen und das Konkurrenzdenken ist in den Schulen in Finnland nicht so wichtig! Es wird viel Wert auf das gemeinschaftliche Lehren und das Fördern jedes einzelnen gelegt. In Finnland gibt es bis zur neunten Klasse keine Notenpflicht.

Laut Gesetz ist es im finnischen Schulsystem nicht zulässig, Ziffernnoten unkommentiert zu vergeben. Häufig wird in den Schulen auf eine Kombination von Noten und einer schriftlichen Beurteilung gesetzt. Weitere Informationen dazu findet man auf der Website Der Standard. 

Wie wirkt sich Feedback auf das Lehrer-Schüler Verhältnis aus? 

Betrachtet man sich Schulen, die anstelle von Noten Feedback geben und das Länderbeispiel Finnland, wird deutlich, dass in diesen Schulen viel mehr auf jedes einzelne Kind eingegangen wird. Die Stärken werden gefördert, um die Schwächen auszugleichen. Das Miteinander zwischen Schülern und Lehrern aber auch den Eltern, die vermehrt in Gespräche über den derzeitigen Lernstand ihres Kindes miteinbezogen werden verbessert. Gemeinsame Gespräche tragen dazu bei, Verständnis und Vertrauen zwischen allen Beteiligten aufzubauen, die Bewertung wird damit weniger hierarchisch. 

Gegenseitiges Feedback

Es ist wichtig, dass sich beide Parteien Feedback geben, sowohl die Lehrer den Schülern, um ihnen ihre Stärken und Schwächen besser aufzeigen zu könne, aber auch die Schüler den Lehrern.

Von gegenseitigem Feedback profitieren beide Seiten.
Durch den Austausch miteinander wird die Schüler Lehrer Beziehung gestärkt. Schüler fühlen sich ernst genommen und erhalten die Möglichkeit den Unterricht mitzugestalten. Der Lehrende wiederum erfährt, was in seinem Unterricht gut ankommt und was nicht und kann daher auch seinen Unterricht dementsprechend verbessern, so dass seine Schüler gut mitkommen. Regelmäßiges Feedback ist wichtig, damit die Schüler und die Lehrer immer auf dem gleichen Stand sind und nicht zu weit auseinander gleiten. 

Auf der Seite Lehrermarktplatz können Lehrer die Vorteile von Feedback nachlesen und sich drüber informieren was sie dabei beachten sollten.

Tipps für ein gelungenes Feedback

Auf der Internetseite Stangls Arbeitsblätter  gibt es ein paar Regeln, wie man richtig Feedback gibt, aber auch empfängt. Eine kurze Zusammenfassung: 

Graphik erstellt von Anna Werz

Ergebnis Umfrage Feedback

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass gegenseitiges Feedback an einigen Schulen nichts Unbekanntes mehr ist. Allerdings wurde auch deutlich, dass dies nicht allzu oft der Fall ist. Auf die Frage wie häufig die Schüler Feedback zusätzlich zu den Noten bekommen würden, gaben nur 5 % an, dass dies immer der Fall sei. 63% hingegen beantworteten diese Frage mit selten.
Auf die Frage, ob sich die Schüler häufigeres Feedback wünschen würden, beantworteten 67% der Befragten diese Frage mit ja.
Der Grund dafür, fehlende Zeit. 100 % der befragten Lehrer gaben an, dass fehlende Zeit sie daran hindere ihren Schülern regelmäßig Feedback zu geben. Organisationsaufgaben und andere Tätigkeiten würden zu viel Zeit beanspruchen und diese würde ihnen dann fehlen, um besser auf die Bedürfnisse ihre Schüler eingehen zu können.
Wie wichtig der Faktor Zeit ist wird sehr deutlich an den selbst angegebenen Wünschen nach Veränderung. Konkret wird unter anderem genannt „Durch Druck durch Lehrpläne und anstehende Klassenarbeit sowie das hohe Pensum an außerunterrichtlichen Verpflichtungen bleibt zu wenig Zeit (und Kraft) für vieles, was dem Lernklima guttun würde“ und „Ich hätte gerne mehr Zeit für das Kerngeschäft Unterricht. Die zusätzlichen und administrativen Aufgaben (z.B. Schreiben von Curricula, Datenschutzformulare, etc.) nehmen immer mehr Zeit in Anspruch“.
Wie wichtig diese Zeit aber wäre geht aus den selbst ausgefüllten Feldern der Schüler hervor. Daraus lässt sich deutlich der Wunsch nach einem engeren und persönlicheren Lehrer und Schüler Verhältnis erkennen und der Wunsch danach, dass jeder Einzelne als Individuum wahrgenommen wird. Der Lehrer sollte mehr sein als nur eine Person, die einem Lerninhalte vermittelt. Konkret wird genannt: ,,Über die Zeit außerhalb der Schule zu sprechen, damit die Lehrer ein besseres Bild von uns bekommen“ , ,,Mehr Eingehen auf einzelne Schüler“ und ,,Ich würde mir wünschen, dass Lehrer sehen und auch darauf eingehen, wie unterschiedlich Schüler sind. Vor allem in Hinblick des Lernprozesses“.
Ob ein ausführlicheres Feedback von den Schülern gelesen und angenommen würde, da waren sich die Befragten nicht ganz einig. Während über die Hälfte der Schüler angaben, dass sie die Korrektur des Lehrers sehr intensiv lesen würden und auch bei der nächsten Klausur versuchen würden die genannten Punkte zu verbessern, beantworteten 75% der Lehrer die Frage damit, dass Schüler ihre Korrekturen nur überfliegen würden.
Was die Lernmotivation angeht, waren 61% der befragten Schüler der Meinung, dass ein ausführlicheres Feedback der Lehrer sie dazu motivieren würde, ihre Leistungen zu verbessern.
Ein Lehrer äußerte, dass Noten allein als Lernmotivation nicht funktionieren, sondern man sich Alternativen überlegen muss. „Noten als Motivation funktionieren meines Erachtens nur sehr bedingt – wer lässt sich schon durch eine schlechte Note motivieren? Wenn Leistungsüberprüfungen öfter von außen kämen, wie in der ZAP, im Zentralabitur oder in anderen Ländern, könnten die Schüler/innen die Lehrer/innen vielleicht eher als PartnerInnen begreifen, die ihnen helfen wollen, sich auf externe Prüfungen vorzubereiten“.

Weitere Quellen

Lernen in Gruppen

Lernen braucht Gruppenarbeiten

Das geht auch aus unserer Umfrage zum Thema Lernen in Beziehungen ganz klar hervor. Viel zu häufig wird die Form des Lernens in Gruppen als zu aufwendig, zeitintensiv oder chaotisch gesehen, dabei benötigt man lediglich die richtige Vorplanung. Die meisten Schüler wünschen sich mehr Gruppenarbeiten und sind der Meinung, durch Gruppenarbeit mehr zu lernen und zu verstehen.

Und damit haben sie nicht unrecht, denn bei Gruppenarbeiten spielt der soziale Lerneffekt und die Steigerung der Teamfähigkeit eine große Rolle. Durch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Schüler, innerhalb einer Gruppe, können diese eingesetzt werden und die Kinder und Jugendlichen können sich die verschiedenen Themengebiete gegenseitig beibringen. Das heißt die Schüler profitieren von den Fähigkeiten der jeweils anderen und haben somit die Möglichkeit von und miteinander zu lernen.

Außerdem werden die Kommunikationsfähigkeiten und die Sozialkompetenzen der einzelnen Schüler gefördert. Sie müssen lernen, sich klar und verständlich auszudrücken und sich gegenseitig zuzuhören. Noch viel wichtiger ist es aber zu lernen, dass es mehrere „richtige“ Wege gibt, und dass auch die Meinungen und Vorschläge von anderen berücksichtigt werden müssen. Dies ist gerade im späteren Berufsleben eine essentiell wichtige Kompetenz, die so schon in der Schule gefördert und vermittelt wird.

Grafik: Freepik

Vorteile des Lernens in der Gruppe

  • Das Lernen in einer Gruppe ist oft anregender und motivierender, als das Lernen alleine. Da jedes Gruppenmitglied andere Vorkenntnisse, Ideen oder Ansichten hat, entsteht ein sogenanntes Gruppenvorteil hinsichtlich Qualität und Kreativität von Problemlösungen; man selbst wird auf neue Gedanken gebracht.
  • Wer sich aktiv am Gruppengeschehen beteiligt, lernt, zu argumentieren, zu diskutieren und sein Wissen verständlich und strukturiert vorzutragen. Dabei werden dann oft Wissenslücken oder Verständnisprobleme aufgedeckt oder man lernt andere Interpretationen und Einschätzungen kennen. Das eigene Wissen wird also überprüft, ergänzt oder verändert und dabei stabilisiert.
  • Gruppen bieten auch die Möglichkeit zum sozialen Lernen: In Gruppendiskussionen lernt man zu erkennen, dass es nicht nur eine „richtige“, sondern mehrere mögliche Wahrheiten gibt. Dies führt zu einer toleranteren Haltung gegenüber den Standpunkten anderer und zur Klärung von Missverständnissen und Konflikten.
  • Eine Gruppe kann die Lern- und Durchhaltemotivation steigern. Die von einer guten Lerngruppe ausgehende soziale Unterstützung trägt dazu bei, dass man „bei der Stange bleibt“. (Stangl, 2020.  Lernen in Gruppen)

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Vor allem das Konzept von heterogenen Gruppen erweist sich als sehr sinnvoll.

Heterogenität – was bedeutet das?

Der Begriff Heterogenität hat seinen Ursprung im griechischen Adjektiv heterogenes, das sich aus den Wörtern heteros (= verschieden) und gennäo (= schaffen, erzeugen) zusammensetzt. Im pädagogischen Zusammenhang meint Heterogenität die Verschiedenartigkeit der Schülerinnen und Schüler hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale. Heterogene Lerngruppen bezeichnen folglich nichts anderes als eine Gruppe von Schülern mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Dabei geht es also wie schon zuvor angesprochen darum, dass unterschiedlich starke Schüler mit unterschiedlichen Eigenschaften, Kompetenzen und Fähigkeiten zusammenarbeiten und so voneinander

und miteinander lernen. Dabei werden alle einzelnen Individuen gleichermaßen akzeptiert und respektiert und keiner wird ausgeschlossen. Die Gruppe arbeitet als Team , das Aufgaben ZUSAMMEN löst. Dabei kann jeder seine individuellen Fähigkeiten, Vorschläge und Methoden einbringen, wodurch die Schüler nicht nur über das zu bearbeitende Thema voneinander lernen können, sondern auch mögliche alternative Lernwege, -methoden oder Herangehensweisen kennenlernen.

Auch bei dieser Methode werden soziale Kompetenzen gefördert. Vor allem das aufeinander Eingehen und Achten steht hier besonders im Fokus. Aber auch das Miteinander und nicht gegeneinander Abreiten, sowie das Helfen und Unterstützen sind wichtige Kompetenzen, die damit schon in jungen Jahren gefördert werden und einen großen Baustein in der Arbeitswelt darstellen.

Worin unterscheiden sich Schüler in heterogenen Lerngruppen?

  1. Wissensbasis: Schülerinnen und Schüler kommen mit unterschiedlichen Kenntnissen und Lernvoraussetzungen in die Schule. Ihr heterogenes Leistungsvermögen spiegelt sich im Unterrichtsgeschehen und ihrer Arbeitsweise wider.
  2. Interessen: Heterogenität kann sich in der Interessenslage der Kinder wiederfinden. Das eine Kind verfügt über hervorragende Mathe-Kenntnisse, hat aber große Lücken im Wortschatz und in der Grammatik. Das andere interessiert sich für Kunst, aber findet keinen Zugang zu geschichtlichen Themengebieten.
  3. Lernwege: Schülerinnen und Schüler können sich auf unterschiedliche Art und Weise ein Thema erschließen oder Arbeitsergebnisse zusammenfassen. Ihre Lernwege sind verschieden.
  4. Lern- und Arbeitsverhalten: Es gibt unterschiedliche Lerntypen. Einige Schülerinnen und Schüler verfügen über ein großes Organisationstalent, arbeiten zielgerichtet und teilen ihre Arbeitszeit richtig ein. Andere haben weniger Ausdauer und Konzentrationsvermögen: Sie trödeln, lassen sich schnell ablenken oder verlieren den Mut zur Weiterarbeit.
  5. Kulturelle und soziale Herkunft: Die Kinder unterscheiden sich auch in ihrer sozialen Herkunft. So treffen in heterogenen Lerngruppen verschiedenste Kulturen mit unterschiedlichen religiösen Ansichten, Sprachen, Traditionen und Lebensentwürfen aufeinander.
  6. Erfahrungen: Jeder Schüler bzw. jede Schülerin kommt mit einer individuellen Lebenserfahrung und einem eigenen Lebensschicksal in die Schule.
  7. Motivation: Auch die Lernmotivation ist bei Schülern und Schülerinnen unterschiedlich stark ausgeprägt. Die einen sind mit Spaß bei der Sache, die anderen erleben eher Lernfrust statt Lernlust.

Lerntypen: Tipps zur Lerntypbestimmung

Lernmotivation: So motivieren Sie Ihr Kind zum Lernen

Was bringt Heterogenität den Schülern?

Heterogenität muss als Bereicherung für den Unterricht und Anderssein als Chance verstanden werden. Vielfalt macht unsere Gesellschaft bunter, und das ist gut so! Doch welche Vorteile haben die einzelnen Schüler konkret von dem Unterricht in einer heterogenen Lerngruppe?

  1. Sie können von dem Vorwissen und den Erfahrungen ihrer Klassenkameraden profitieren:
    Leistungsschwächere Schüler lernen im besten Fall von leistungsstärkeren.
  2. Sie können sich von den anderen Kindern Lernmethoden abschauen und sich so neue Lernwege erschließen, Unterrichtsinhalte verstehen und das erworbene Wissen festigen.
  3. Beim Lernen in einem heterogenen Klassenverband können die Kinder ihre sozialen Kompetenzen fördern, indem sie gemeinsam in Gruppenarbeiten neue Themeninhalte erarbeiten bzw. anderen Kindern helfen, Lernthemen zu verstehen. Auf diese Weise lernen sie, andere Menschen wahrzunehmen, ihnen zuzuhören, mit ihnen zu kooperieren und Konflikte zu lösen.
  4. Für jeden Schüler gilt: Der Mix macht’s! Eigeständiges Arbeiten und das Lernen im Team müssen in einer Balance stehen.

Heterogene Lerngruppen: Mehr Vielfalt im Unterricht

Auch außerhalb des Unterrichts, beispielweise beim Lernen für Klassenarbeiten, erweisen sich diese Methoden und Gruppenarbeiten als sehr hilfreich. Die Schüler können auch hier durch das Reden und Diskutieren, die zu lernenden Themen besser verstehen und verinnerlichen. Gerade durch das gegenseitige Erklären und Abfragen können die Kinder und Jugendlichen selbst testen, ob sie das Thema verstanden haben oder ob sie sich nochmals intensiv damit beschäftigen sollten. Auch hier können vor allem die heterogenen Gruppen sehr sinnvoll sein, da die leistungsstärkeren Schüler die leistungsschwächeren unterstützen, motivieren und mitziehen können. So können die Schüler auch außerhalb der Schule voneinander lernen und profitieren.

Wenden Lehrer diese Methoden schon regelmäßig während des Unterrichts an, so werden die Schüler außerhalb der Schule, wahrscheinlich selbstständig Lerngruppen bilden, da auch sie die Vorteile der Gruppenarbeit erkennen. Dennoch sollten auch Lehrer ihre Schüler dazu animieren, außerhalb der Schule miteinander und voneinander zu lernen.

Zwei wichtige Thesen, die zeigen, dass Gruppenarbeit nicht nur bei Schülern, sondern auch unter Lehrkräften essentiell wichtig ist:

„Gelernt wird allein, zu zweit, in der Kleingruppe und im Klassenverband“

Kein Kind lernt alleine. Lernen braucht Vorbilder, Anerkennung und Auseinandersetzung. Und zugleich: Jedes Kind, jeder Jugendliche lernt verschieden. Lernen findet im eigenen Kopf, im eigenen Körper statt, im eigenen Tempo, an unterschiedlichen Themen, auf ganz verschiedenen Wegen. Für den konstruktiven Umgang mit dieser Verschiedenheit gibt es eine Bedingung: Die Organisation der Arbeitsformen muss variabel sein, um individualisierendes Lernen zu ermöglichen und soziale Kompetenzen zu fördern. Für die zeitliche Verteilung heißt die Faustformel:

  • 30 % allein, jede/r für sich – aber nicht allein gelassen, sondern mit klaren, verbindlichen und kontrollierbaren Arbeitsaufträgen und Erfolgserlebnissen
  • 30 % in der Kleingruppe (von zwei bis sechs Lernende), die systematisch in kooperatives Arbeiten eingeführt werden
  • 10 % im Kreis der Klasse (im Idealfall 15 bis 20 Lernende), in dem jede/r jede/n sehen kann, damit alle wirklich miteinander sprechen und gemeinsame Angelegenheiten aushandeln können
  • 30 % frontal, also über den klassischen Lehrer- oder Schülervortrag oder über das fragenentwickelnde Unterrichtsgespräch.

„Lehrer arbeiten nicht als „Einzelkämpfer“, sondern im Team“

Die effektive Zusammenarbeit in funktionsfähigen Teams ist ein entscheidender Schlüssel zur Verbesserung der Schulqualität. Vom kollektiven Erfahrungsschatz des Kollegiums können alle profitieren. Unterschiedliche Formen der kollegialen Kooperation in einer Schule haben sich in der Praxis bewährt:

  • das Jahrgangsteam oder Klassenlehrertandem, das eine Schülergruppe über mehrere Jahre kontinuierlich und mit dem Hauptanteil ihrer Arbeitszeit begleitet
  • die Werkstatt für eine gemeinsame Unterrichtsplanung und Materialentwicklung im Fachbereich
  • das Hospitationsteam, das sich zum kollegialen Unterrichtsbesuch und zur Unterrichtsreflexion zusammensetzt.

Genauere Details zu den Thesen: 12 Thesen zum Bau einer „zukunftsfähigen“ Schule

Die Ergebnisse der Umfrage Gruppenarbeiten

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass 50 Prozent der daran teilgenommenen Schüler nur mehrmals im Monat in Gruppen innerhalb des Unterrichts arbeiten, 22 Prozent sogar noch seltener. Das Ergebnis über die Häufigkeit der Gruppenarbeit außerhalb des Unterrichts ist sogar noch drastischer: Laut der Umfrage arbeiten 60 Prozent der Schüler mehrmals im Monat oder seltener in Gruppen, während sogar fast 20 Prozent nie in Gruppen außerhalb des Unterrichts arbeiten oder lernen. Vergleicht man dies mit den Umfrageergebnissen der Lehrer, so stellt sich heraus, dass diese von den Schülerantworten ziemlich abweichen. Fast 44 Prozent der teilgenommenen Lehrer geben an, dass ihre Schüler täglich in Gruppenarbeiten innerhalb des Unterrichts arbeiten. Bei der Frage, wie oft die Schüler außerhalb des Unterrichts in Gruppen arbeiten stimmen die Antworten von Lehren und Schülern im Allgemeinen überein. Allerdings schätzen die Lehrer die tägliche Zusammenarbeit wesentlich höher, während einige Schüler die Antwort „Nie“ ausgewählt haben.
Die Schülerergebnisse zeigen, dass die Frage, ob Schüler gerne in Gruppen arbeiten zu 46 Prozent mit „eher ja“ und sogar zu 16 Prozent mit „ja am liebsten immer“ beantwortet wird. Die Lehrer sind zu fasst 70 Prozent der Meinung, dass die Schüler diese Frage mit „eher ja“ beantworten würden.
Auch die Ergebnisse, der Frage wie sich die Lehrkraft bei Gruppenarbeiten verhält stimmen von Lehrern und Schülern weitestgehend überein. 68 Prozent der Schüler bestätigen zudem, dass Gruppenarbeiten beim Verstehen von Themen helfen, während die Lehrer dies auf fast 94 Prozent schätzen.
Zudem wünschen sich sowohl Schüler: „mehr Gruppenarbeiten und diese auch bewertet“, als auch Lehrer, die sagen: „Ich würde gerne noch mehr Projektarbeiten machen und an Wettbewerben teilnehmen – losgelöst von der Starrheit der Curricula – realistisch dem gegenüber, was bei den Schülerinnen und Schülern im „Standard-Unterricht“ hängen bleibt.“

Tipps, Methoden und Anleitungen für eine gute Gruppenarbeit

Graphik erstellt von Ann-Cathrin Lörcher

Weitere Interessante Materialien zum Thema Gruppenarbeit

Lernen von- und miteinander

In der Schule von- und miteinander zu lernen, umfasst weit mehr als nur Gruppenarbeiten. Diese sind wie bereits erläutert eine sehr hilfreiche Methode, um sich verschiedene Themengebiete gemeinsam zu erarbeiten. Jedoch liegt bei Gruppenarbeiten der Fokus hauptsächlich auf der Beziehung unter den Schülern einer Gruppe und auf den Rollen, die innerhalb dieser Gruppe eingenommen werden. Arbeiten Schüler jedoch ausschließlich innerhalb ihrer eigenen Klasse, so fehlt der Austausch mit Personen außerhalb dieses engen Rahmens.

Dass Schüler vieles von ihren Lehrern & Lehrerinnen lernen sollen, dürfte im allgemeinen Interesse sein. Doch sollten Lehrpersonen und Mitschüler der eigenen Klasse die einzigen Personen sein, mit den Schüler arbeiten, von denen sie lernen und die sie inspirieren? Ganz sicher nicht! Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen deutlich, dass die meisten Schüler sich wünschen, im engeren Austausch mit den anderen Jahrgängen, anderen Schulen, externen Lehrpersonen und Mitgliedern anderer Institutionen zu stehen und gemeinsam von- und miteinander zu lernen.

Graphik erstellt von Hannah Mengelberg

Lernen von- und miteinander kann viele Gesichter haben. Das Albert-Einstein-Gymnasium Reutlingen und die benachbarte Peter-Rosegger-Schule führten beispielsweise 2014 sogenannte „Außenklassen“ ein, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. Sie nennen sich selbt die gelbe und die blaue Gruppe. Alle gemeinsam sind sie die grüne Gruppe. Doch nicht nur im Unterricht können alle voneinander lernen: Es finden auch gemeinsame Ausflüge, Projekte, Kooperationen in allen möglichen Bereichen statt, die bereichernd für alle Seiten sind. Das Projekt war vorerst auf drei Jahre ausgelegt, war dann jedoch so erfolgreich, dass es bis heute stattfindet. (Quelle)

Häufig sind bei Schülern Projekte außerhalb des gewohnten Schulumfeldes beliebt. Es lohnt sich, Gewohnheiten zu überdenken und die Schule zu verlassen, um in der echten Welt neue Eindrücke zu sammeln, sei es beim Imker, in einem Tischlerbetrieb, oder während eines Austauschprojektes. Nicht nur durch den Tapetenwechsel bleibt Schülern das dort Gelernte meist besonders gut in Erinnerung, sondern vor allem, wenn sie es mal von jemand anderem als dem eigenen Lehrer / der Lehrerin hören oder es sich im besten Fall in bunt gemischten Gruppen selbst erarbeiten. 

Projekte mit anderen (Hoch-)Schulen können ebenfalls sehr bereichernd für die Beteiligten sein. Das gesamte Projekt, dessen Ergebnisse Sie hier lesen, ist durch die Zusammenarbeit der Hochschule der Medien in Stuttgart, der Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe und der Deutschen Schule Bratislava entstanden. Dank einigen weiteren Schulen, die sich bereit erklärten unsere Umfrage auszufüllen und uns bei den Erfahrungsberichten unterstützten, konnten wir einen breiten Blick auf das Thema „Lernen in Rollen und Beziehungen“ gewinnen. 

Auch innerhalb der Schule können stufenübergreifende Projekte einen großen Mehrwert bieten. Nicht nur die Jüngeren können viel von den Älteren lernen, sondern auch umgekehrt. 

Ergebnisse Umfrage Lernen von- und miteinander

Die meisten Schüler, die an unserer Umfrage teilnahmen, gaben an, dass sie sich durchaus gerne in Projekten engagieren. 45% der Schüler tun dies auch gerne in ihrer Freizeit. 

Stufenübergreifende Projekte scheint es an den Schulen der Umfrageteilnehmer*innen bereits zu geben, 79% beantworteten die Frage mit Ja. 70% gaben immerhin an, dass es an ihrer Schule Projekte mit Personen von außerhalb gibt und 62% bestätigten, dass bei ihnen Projekte in Zusammenarbeit mit anderen Schulen, Hochschulen oder Universitäten angeboten werden. 

47% der Schüler gaben an, dass sie sich solche Projekte häufiger wünschen würden, 45% war es egal und lediglich 8% wünschen sich ausdrücklich kein breiteres Angebot solcher Projekte. 

Rollen lernen 

Wir sollten uns auch darüber bewusst werden, dass „Lehrer*in“ und „Schüler*in“ bei weitem nicht die einzigen Rollen innerhalb der Schule sein sollen. Lehrer sind im besten Falle Lernbegleiter, Ansprechpartner, Vertrauenspersonen und Berater der Schüler wie wir bereits wissen. Doch was ist mit den Schülern? Welche Rollen können sie im Rahmen der Schule einnehmen? 

Und was bringt das? Ganz einfach: Die Schüler verstehen sich als Gemeinschaft und lernen, Eigenverantwortung sowie Verantwortung für die Gruppe zu übernehmen. 

Die Beteiligungsagentur Beta entwickelte in Zusammenarbeit mit der Serviceagentur „Ganztägig Lernen“ das Konzept des Klassenrats. Die Initiative „Der Klassenrat“ startete 2010 in Rheinland-Pfalz. 

Was ist ein Klassenrat? 

Der Klassenrat ist eine Sitzung der gesamten Klasse, die einmal wöchentlich stattfindet. Die Schüler haben feste Rollen, Rechte und Aufgaben im Klassenrat. Beispielsweise gibt es einen Vorsitzenden, den Protokollant, einen Regelwächter und viele mehr. Es werden Anliegen, Wünsche und Ideen der Schüler besprochen und es besteht die Möglichkeit, eventuelle Konflikte zu lösen oder Ideen für die Unterrichtsgestaltung einzubringen. Durch den Klassenrat lernen die Schüler, Verantwortung zu übernehmen und das Motto lautet „Gemeinschaft fördern, Kompetenzen bilden, Demokratie lernen.“ (Quelle)

Quelle: Der Klassenrat

Weitere ausführliche Informationen zum Konzept des Klassenrates finden Sie unter www.derklassenrat.de , wo auch das sogenannte Mitmach-Set für Schulen in ganz Deutschland erworben werden kann. Es soll die Umsetzung des Konzeptes erleichtern, sowie zum besseren Verständnis der Rollen dienen. 

Rollen in der Schulgemeinschaft 

Schüler können nicht nur innerhalb der eigenen Klasse verschiedene Rollen übernehmen. An den meisten Schulen gibt es eine Schülervertretung, die bei einer demokratischen Abstimmung gewählt wird und die Interessen aller Schüler vertritt. Oft besteht sie aus einer Gruppe von mehreren Mitgliedern und einem Schülersprecher. Die Schülervertretung steht in engem Austausch mit den einzelnen Klassen- und Stufensprechern aller Jahrgänge, um die Bedürfnisse aller Schüler wahrnehmen und berücksichtigen zu können. 

Auf der Internetseite SV-Tipps werden zahlreiche Tipps und Umsetzungsmöglichkeiten einer funktionierenden Schülervertretung vorgeschlagen, die für viele Schulen interessant und hilfreich sein könnten. 

Ergebnis Umfrage Lernen in Rollen

In unserer Umfrage haben wir die Schüler gefragt, welche Rollen sie schon einmal innerhalb der Schule eingenommen haben. Mehr als die Hälfte der befragten Schüler war schon einmal Klassensprechern. 22% haben noch nie eine dieser Rollen übernommen, sind aber grundsätzlich interessiert und ein Viertel der Befragten hat kein Interesse daran. 

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Graphik erstellt durch Hannah Mengelberg, auf Basis von Google-Formular

Erfahrungsberichte aus Schulen

Erfahrungsbericht einer ehemaligen Highschool-Schülerin aus Cincinnati Ohio

How was your personal relationship with teachers?

I have always had a great relationship with my teachers and professors throughout school. My teachers have always made an effort to check on me, as well as, the other students. I have always felt supported and accepted by my teachers from elementary school to college. My teachers have always been interested in my personal life, especially in high school and college. I have had many teachers come to football games to watch me cheer and theatre performances I was in. In college, my professors are also very engaged in our personal lives. Some of my college professors even friended me on social media. My college professors have the student’s complete evaluations at the end of every semester to give feedback on their teaching. I have always given positive comments and high scores on their evaluations.

How does the US school system implement group work?

We do a lot of collaborative learning and group work in the US. In elementary school and middle school, we did a lot of activities with other classmates. Our teachers had us work in groups so we could learn how to work with others and learn new ideas from each other. When I got into high school, we mainly used groups for science labs, presentations, or large projects. In college, my professors make us do most of our work individually and we do not use a lot of group work.
Even though I have used less group work in college, I think that collaborating with others is a very effective way of learning. I think that it can be helpful to split up work between group members and get different ideas from each other. I also think that group work helps prepare people for working outside of school. Group work allows people to learn how to effectively communicate, compromise, and work together as a team.

How is feedback given in US school systems?
In the US, students start to get feedback as early as 1st grade. In 1st, 2nd, and 3rd grade, the parents get a sheet that explains different areas that the student is doing well in or needs extra help in. My elementary school decided to start giving out letter grades in 4th grade. F=50-59%, D=60-69%, C=70- 79%, B=80-89%, A=90-100%. My teachers will give feedback on some projects and assignments throughout the year, but the final report cards only have the letter grades on them. I think that receiving feedback is helpful so I know if I am on track for success in the class. In college, my professors have “office hours” where the students can make an appointment to meet with the professor and receive feedback on their performance in the class.

Do you work/learn with people from different grade levels or classes?

In college, I sometimes learn from people in other grade levels and classes. Some of my classes have TA’s (teacher assistants) that teach different lessons and grade assignments. In elementary school, we have gone on a lot of field trips to learn about different professions. We would go to the museum, the zoo, and explore trade schools.

In high school, we had a group of students who represented the school and helped make decisions. The group was called “Student Council”. The group had a president and a vice president that would meet with teachers and help make changes that would benefit the students.

Erfahrungsbericht eines Berufsschülers aus Uganda

How is your personal relationship with your teachers?

Actually, teachers in Uganda are not bad in relating with others most especially with students mostly the female teachers. These female teachers they put much effort and they really care about the students regardless of their gender, nature and their behaviors. But am not saying that they are all of this kind, some have their ways of behaving and mostly those ones who are married. Most of the times when they have their personal problems from home, they don’t cover them up or try to hide them from students, they instead act ruder and end up beating students for really just minor mistakes which can be done by any creature on earth.
Talking about the male teachers, there relationship with the students is really not good at all. Sincerely speaking these male teachers lack what I would call love for the kids or students. They are sometimes short tempered which make them giving brutal punishments to students, that’s why I say that the relationship with female teachers is somehow good and to those ones of the male teachers, is the opposite. What hurts mostly is that these teachers don’t care about student’s personal lives.

In summary, a word relationship between teachers and student is at a rate of 20%.

Would you wish to give a feedback to your teachers on how they are teaching you?

Of course, I would love to give a feedback to some of my beloved teachers who always fight tooth and nails to see that my struggle to success is secured. And with this, I would like to thank those who are committed to do whatever it takes to make students pass with flying color (better grades). But I would also wish to tell them the negative things about the way they are teaching, but I can’t.

How is the feedback working in Uganda?

The feedback in Ugandan schools has just started recently and seriously teachers were not that updated onto this and for them, they only had to teach, give exercise, mark them and finally bring back the results without even giving the feedback to the kids on how to hit the best grades. But nowadays, teachers after giving back the results, they always make sure that they repeat the same paper so that everyone can understand and know his mistakes done in the paper while filling. But this mostly applies to schools in the bigger cities. In the villages most of the schools still don’t do this feedback thing.

Another way of giving feedback to the teacher was used when I was in primary- and secondary school. We had like a letterbox or a mailbox which was locked with a padlock. When we had a problem with a teacher, we could write a letter and put it in this mailbox. Our schoolyear is divided in three terms. So, two times a term this box was opened and all letters where written from the headteacher in front of the whole school. They were somehow embarrassing the teachers in front of the whole school. But this system somehow worked, because the director seriously tried to solve the issues and most of the times they were solved at least for a while.How is the topic of working in groups implemented in the Ugandan school system (in your everyday school life)?

Talking about doing all the given assignments in groups, currently, this system is very active and whenever a teacher is to give work or is to leave any assignment back, he or she first of all divides the class into groups and most of the times gives every group its own group name.

Then, at the time of submitting these assignments, you all submit as a group, if there is a need of explanation to what was answered. The teacher randomly chooses a member from this group to go in front of the class and explain to the other classmates what they were working at or what the group find out.

With this group work, I think students have been able to at least capture something because of this randomly choosing of who is to go in front to explain or teach others, which means every group member has to understand what the group was working at. In my own view, this group work is a god thing and if our teachers continue doing it in this way, students will excel.

In primary school, working in groups is not really common and the teachers don’t use it. They are just teaching in front of the class and tell the class to read the written down text as a choir.

Do you have something like a class representative or a school representative who represents all the student’s needs and requirements towards the head teacher?

Yes of course, we have this and it’s in all schools in Uganda, actually becoming this school or class representative you pass through two different stages and these are; student’s election and then teacher’s elections, to make sure that if you’re a representative, you’re suitable for this post and you can even be sent to other schools, to stand and speak on behalf of your school.

But what is most disappointing is, that this is done and students are elected and chosen but, in some schools, there isn’t any privileges given to these young and committed students which demoralize them ending up not liking it so much. But I think if there is at least something given like a certificate, many students would have been participating into this.

I am one of them who was a head monitor at school since senior 2 up to senior 4. Giving updates from both inside and outside the school on the assembly but I was not given anything like a certificate to show an appreciation to what was done by me, that’s really disappointing.

An example of how the teachers where treating us
At school (secondary level) having a phone is prohibited and the headmaster has all the right to do whatever he feels like to do.

So, the headmaster organized an operation I even remember it was a Friday and he came class to class looking for prohibited gadgets at school and he came with 9 teachers. They all lined up in front of us in class and said stand up all of you and put your hands up, like prisoners. Then we started walking passing all these teachers while being checked leaving our bags behind. Then they checked our bags seriously and came out of our class with 20 button phones and 10 smartphones. Other things where for example earphones, headsets and chargers.

Then he called a meeting immediately and, on the podium, this director told the congress that he got all these phones from our class and is to burn them all.

Then we started crying seriously.

He sent someone to his office and check behind his door and bring a bag. In this bag he had paraffin and he asked us the following. “Anyone who wants to take his or her phone, should come and pick it but you smartly walk out of the school never to appear in the school again (expulsion).” One boy even picked his phone and was then escorted from the teachers to leave the school forever.

Then the director counted from 20 to 0. We even cried and asked him, even begged him to beat each of us with a stick on the back, 100 times instead of burning our phones but he refused. Instead, he was burning all of our phones.

Many of the phones where the phones of our parents because they gave us the phone to school so that we can call them in case something happens while walking home. Because some of us had to walk to school for 2 hours. So, starting to walk at 5 AM in the morning and leaving the school at 8 or 9 PM in the evening. One girl even had her mom’s phone which had load Airtime, that’s money on the phone account, for 300.000 Ugandan Shillings which means 75 Euros which is so so so much money in Uganda. It was a really horrible day for many children, explaining their parents what happened to the phones.

In general, the teachers where beating us so much all the time for no reason. Even when we were late for school or when we had bad grades, marks. Sometimes they were beating us with a stick over 100 times on the back. This happened several times a day from different teachers.

Most especially in primary school and secondary school (Highschool) this was a very common thing. Now I am at a higher level (vocational school) and the teachers are luckily not beating us anymore.

Erfahrungsbericht von verschiedenen Schüler/innen aus deutschen Schulen, die teilweise schon Ansätze des Konzepts „Schule der Zukunft“ umgesetzt haben

Wie empfindest Du die Beziehung zu Deinen Lehrern?

Ich bin zufrieden mit der professionellen Beziehung die ich mir Lehrern habe, den somit ist es leichter im Unterricht voranzukommen und fair bewertet zu werden. Doch ein gewisses Interesse für das Leben außerhalb der Schule ist für mich wichtig, hauptsächlich da ich Leistungssport betreibe, also brauche ich oft von der Schule Entschuldigungen und Anpassungen.

Wenn die Lehrer merken, dass etwas nicht ok ist oder dass wir traurig sind, dann kommen sie auf uns zu und fragen uns Schüler ob man reden möchte. Wenn unsere Lehrer mit bekommen das wir nicht im Unterricht mitkommen oder etwas nicht verstehen setzten sie sich vor die Tür und erklären uns das nochmal

Persönlich finde ich es super mit Lehrern zu reden und mich auszutauschen. Probleme gibt es keine zwischen meinen Lehrern und ich finde das wir eine gute „Beziehung“ haben.

Manche Lehrer sind sehr offen uns gegenüber und fragen auch nach, wenn man einem ansieht, dass es ihm/ihr schlecht geht. Ich habe z.B. gesundheitliche Probleme und bekomme kräftige Unterstützung von manchen Lehrern. Es gibt eine Lehrkraft, vor der ich großen Respekt habe, da sie Schüler oft verspottet. Die meisten sind aber okay.

Ich finde die Beziehungen zwischen mir und den Lehrern gut. Mit manchen führe ich auch gerne auf dem Flur kurze Privatgespräche. Vor manchen Lehrern habe ich einen sehr großen Respekt und bin dann bei dem Fach manchmal nervös. Das ist nicht so ein angenehmes Gefühl. Druck von den Lehrern z.B. Zeitdruck für eine Hausaufgabe ist manchmal gut denn ich bin gezwungen effektiv zu arbeiten. Aber wenn der Druck von jeder Seite, jedem Fach kommt ist es überfordernd. (zu viele Teste, Hausaufgaben…). Allgemein aber mag ich alle unsere Lehrer und habe positive Erlebnisse.

Viele meiner Lehrer finde ich sehr nett und vertraue ihnen. Aber wie wahrscheinlich immer gibt es auch hier einige, die ich nicht ganz so gut leiden kann bzw. die mir einfach unsympathisch sind. In einigen Unterrichtsfächern werden auch ab und zu Privatgespräche zwischen dem Lehrer und dem Schüler geführt, meistens wegen einer Notenvergabe aber teilweise auch wegen der aktuellen Situation und wie es einem denn so geht. Insgesamt bin ich zufrieden mit meinen Lehrern

Wie läuft das mit den Gruppenarbeiten bei Dir ab?

Bei der Gruppenarbeit will ich oft Kontrolle übernehmen, da ich auch ein gutes Ergebnis erzeuge will. Präsentationen mache ich viel lieber alleine, weil ich gerne improvisiere und es nach mir allein gestalte. Doch andere Arten von Gruppenarbeit habe ich gern, denn es ist wichtig zu lernen im Team zu arbeiten und es macht den Unterricht spaßiger. Oft bin ich derjenige der anderen den Stoff erklärt, aber das macht mir nichts aus. In Gruppenarbeiten werde ich aber manchmal gezwungen etwas anders zu machen, als ich es sonst machen würde, was positiv ist. Deswegen mag ich, wenn bei Gruppenarbeiten der Lehrer Raum für Fantasie lässt.

Also ziemlich gut ich denke wir helfen uns gegenseitig Ich arbeite sehr oft in Gruppen und habe sehr oft eine Gruppenarbeit mit meinen Mitschülern. Die Meisten meiner Lehrer verwenden gerne und oft die Gruppenarbeit. Ich finde das persönlich sehr gut, weil ich gerne Sachen aus einer anderen Denkweise und Perspektive hören kann, und so meine Meinung festigen kann.

Super, das ist ein großer Teil unseres Unterrichts in Gruppen zu arbeiten. Als Team kann hier jeder seine Stärken einbringen. Leider sind viele Mitschüler durch die Pubertät sehr faul und keine besonderen Teamplayer.

Wir entscheiden selbst mit wem wir arbeiten wollen es gibt dort meistens ziemlich wenig Streit danach dürfen Schüler die sich gut benehmen auch den Klassenraum mit ihren Gruppen verlassen und sich in die Sitzecke oder den Essensraum setzen

Wir haben schon oft Gruppenarbeiten. Wenn die Lehrkraft diese Methode richtig anwendet, kommen wir viel schneller im Stoff voran. Das Gleiche gilt, wenn die Gruppenarbeit interessant ist und nicht nur aus Stichpunkte-Schreiben besteht.

Manche Lehrer benutzen Gruppenarbeiten sehr gerne und oft manche nicht so. Ich mag Gruppenarbeiten sehr, da ich gerne kommuniziere und mit jmd. etwas mache. Gruppenarbeit hilft mir, denn wir können uns gegenseitig korrigieren, nachdenken und helfen.

Wie läuft das mit dem Feedback bei Dir?

Meine Lehrer schicken mir meistens Feedback oder sagen es mir persönlich. Wenn sie es vergessen und ich sie anspreche lassen sie sich Zeit, wir machen einen Termin aus und besprechen es zusammen. Die Noten sind auch ein Feedback aber ich finde das die schlechtere Form, da sie viel Stress und Unzufriedenheit der Eltern (nicht in meinem Fall) verursachen kann.

Meine Lehrer geben mir oft nur eine Note als Feedback, was ich sehr schade finde. Feedback allgemein steigert meine Motivation sowie auch meine Leistung. Vor allem bei super begründetem Feedback (negativ als auch positiv) fühle ich mich danach gut aufgehoben und probiere mich stetig zu verbessern.

Also wir haben noch ganz klassisch Noten und Zeugnis jedoch gibt es nach einem Test oder einer Arbeit ein Gespräch mit dem Lehrer unter 4 Augen in dem dann nochmal Fehler oder Probleme beredet werden. Falls man mit einem der Lehrer Probleme hat kann man diesen meistens direkt ansprechen oder über einen (Der hervorragenden) Vertrauenslehrer

Das Feedback dient für mich wie eine Motivation meine Noten zu verbessern. In meiner Schule bekommen wir Noten.

Das Feedback unserer Lehrer ist meistens gut, weil wir nach den Testen angerufen werden und so wird die Note und das Feedback unter 4 Augen besprochen.

Zwar geben mir meine Lehrer nicht nach jeder Arbeit ein Feedback, aber meist bei größeren Tests oder wichtigen Angelegenheiten schon. Ich schätze es, wenn meine Lehrer mir Feedback geben, weil ich dann weiß, was ich falsch gemacht habe. Die meisten Lehrer sagen auch positive Arbeitsergebnisse, dass finde ich besonders gut, weil ich dann weiß, was ich beibehalten soll. Wir haben ein strenges Notensystem, das abhängig von der erreichten Prozentanzahl und erzielten Punkten ist. (…) Manche Lehrer geben viel Feedback und führen Einzelgespräche über die Mitarbeit- oder auch Klassenarbeitsnoten, aber bei manchen kriegt man nur die Note. Wenn ich aber Feedback bekomme, hilft es mir sehr und versuche mich da zu verbessern.

Wir bekommen Noten, die meisten Lehrer machen immer Einzelgespräche nach Klassenarbeiten und sagen noch zu der Note ihre persönliche Meinung.

Manche Lehrer haben so genannte Feedbackgespräche. Die finde ich immer am besten, weil man dann nur mit dem Lehrer in Ruhe alles besprechen kann. Andere sagen nur die Noten ohne Kommentar. Das finde ich nicht so gut, weil man dann keinen Grund kriegt, warum die Note so ist wie sie ist.

Wie setzt Deine Schule das Lernen von- und miteinander um?

Ja wir haben Klassenübergreifende Clubs, die wir selbst nach unseren Interessen wählen dürfen. Inklusion wird gelebt, ich bin Autist und war vorher auf 5 Schulen. Die einzige Schule, in der ich mich wohl fühle ist die Villa Wewersbusch. Wir machen selbstverständlich Exkursionen. Homeschooling in Corona-zeiten wird kreativ auch zu diesen Themen bearbeitet. Ich war schon selbst Klassensprecher. Schüler dürfen hier mitentscheiden, was den Schulalltag betrifft. Verbesserungsvorschläge in allen Bereichen.

Wenn ich mit anderen Schülern lerne, dann nur mit meinen Mitschülern und nicht mit Schülern aus anderen Stufen, da die ja andere Sachen durchnehmen. Manchmal machen wir auch Exkursionen, z. B. bei einem Projekt das wir in Erdkunde gemacht haben: Die Klasse hat sich in Gruppen aufgeteilt und alle haben sich dann ein Thema zum Thema Umweltschutz ausgesucht. Es gab Bäume pflanzen, Kompost in der Schule, Slow Fashion, Müll sammeln… Jede Gruppe hat die Aktion durchgeführt und es dann dokumentiert. Wir haben damit auch an zwei Wettbewerben teilgenommen. Die Exkursionen waren also Müll sammeln, Bäume pflanzen und eine Müllverbrennungsanlage besuchen. An unserer Schule gibt es auch Klassensprecher, Stufensprecher und einen Schülersprecher. Sie bilden alle die SMV (Schüler mit Verantwortung), die sich monatlich trifft und meistens dann Aktionen wie den Schulball, Nikolaus, Osteraktion, Valentinstag usw. plant. Die Klassensprecher regeln u.a. Konflikte in der Klasse mit dem Lehrer.

Unsere Schule nimmt an vielen Projekten Teil, z.B. Wissenswettbewerben, Erasmus, Schulaustausche usw. Es gibt die Möglichkeit Nachhilfe von Schülern aus höheren Stufen zu bekommen doch wenn schon, lerne ich persönlich lieber mit meinen Mitschülern oder alleine.

Es gibt die Möglichkeit Nachhilfe zu erhalten oder selbst zu geben. Diese ist aber eher nicht schulisch, man muss sich mit den Teilnehmenden (oder ihren Eltern) auf ein Preis einigen und es organisieren. Wir haben einen Wandertag, eine Projektwoche, Kirchenmessen, sowie eine Klassenfahrt. Exkursionen bezogen auf die behandelnden Themen im Unterricht sind sehr selten, obwohl ich sie spannend finde. Unsere Schule hat eine SMV (Schüler mit Verantwortung) wo sich die Klassensprecher, sowie der Unterstufen, Mittelstufen und Oberstufensprecher und ein Lehrer regelmäßig treffen und Probleme und andere Angelegenheiten besprechen. Unsere Schule macht auch verschiedene Projekte, wie zum Beispiel ein Umweltprojekt oder das neue Bauen eines neuen Schulgebäudes. Ich kenne sehr viele Schüler aus den anderen Stufen, lerne aber nicht mit ihnen. Unsere Schule organisiert verschiedene Workshops auch jetzt in der letzten Zeit hatte unsere Klassenlehrerin online Workshops organisiert. Jede 2 Jahre haben wir eine Klassenfahrt. Ich wünschte sie wäre jedes Jahr, weil es Spaß macht mit meiner Klasse in der Natur zu sein. Exkursionen haben wir nicht so viele. Fast keine. Jede Klasse hat einen Klassensprecher der dann sozusagen die Klasse vertritt. Er ist immer ansprechbar und hilfsbereit.

Nur sehr wenige Fächer haben wir mit anderen Stufen. Wir sind eine kleine Schule und darum versucht unsere Schule immer gute Inklusion in Klassen zu haben, nicht immer sieht es aber so aus, aber wir versuchen. Wir machen keine Exkursionen zu Themen von Unterricht. Praktische Bezüge haben wir nur in bestimmten Fächern wie Physik, Chemie und Biologie (Experimente). Unsere Schule hat SMV (Schüler Mit Verantwortung) wobei jede Klasse hat einen Klassensprecher, allgemein haben wir noch Stufen- und Schülersprecher.


Abschließende Zusammenfassung 

Uns ist klar geworden, dass das Schulsystem wie wir es heute kennen in jedem Fall überdacht werden muss und ein Wandel in den nächsten Jahren zu erwarten ist. Teile unserer Überlegungen werden bereits an einigen Schulen umgesetzt, für die „Schule der Zukunft“ bedarf es allerdings noch mehr Mut.

Die Inhalte unseres Beitrags sind nach bestem Wissen von uns zusammengetragen worden und wir haben uns große Mühe gegeben, unsere Aussagen durch weitere Quellen zu fundieren.