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„Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir.“

Seneca (römischer Schriftsteller und Philosoph)

„Wir befinden uns in einer Zeit eines enormen gesellschaftlichen Umschwungs, aber die Schule ist immer noch gleich. Durch die Digitalisierung gehen Jobs verloren. Beispielsweise schließen Bankfilialen, weil man die normalen Schalterbeamten nicht mehr braucht. Man wird für Jobs ausgebildet, die es in Zukunft nicht mehr gibt. Wir müssen zum kreativen Problemlöser ausbilden, was der zukünftige Wachstumsbereich der Berufe ist. Es muss also die Software in den Schulen geändert werden, nicht die Hardware.“

Richard David Precht (Philosoph und Publizist) auf dem DsiN Kongress 2016)

„Das Bildungssystem basiert darauf, das Wissen der vergangenen 200 Jahre zu vermitteln und der Fokus liegt auf dem Auswendiglernen von Wissen, das heute jeder Computer schneller ausspucken kann. Wenn wir dies nicht ändern, haben wir in der Zukunft große Probleme. Alles was wir unseren Kindern beibringen, muss sich von dem unterscheiden, was Maschinen können, z.B. Werte, Überzeugung, unabhängiges Denken, Teamwork, Mitgefühl.“

Jack Ma (Unternehmer, CEO der„Alibaba“ auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos 2018)

Diese Zitate stellen dar, dass wir überdenken sollten, was an Schulen gelehrt wird. Was muss man in der heutigen Zeit noch können?


Unsere eigenen Vorstellungen zu Lehrinhalten und -medien

Bevor wir zu verschiedenen Ansätzen zu den Lehrinhalten und -medien für die Schule der Zukunft recherchiert haben, haben wir uns zunächst einmal Gedanken gemacht, welche Aspekte wir bei diesen Inhalten und Medien besonders wichtig finden. Außerdem haben wir mal an unsere eigene Schulzeit gedacht und überlegt, welche Inhalte und Methoden vielleicht veraltet sind und nicht mehr zum 21. Jahrhundert passen. Diese Ansätze werden im Folgenden beschrieben, sollen dabei aber lediglich als Input für die darauffolgenden Texte und Beiträge dienen.

Eine der Verbesserungen, die wir uns sehr gut vorstellen können, ist ein Schulfach für Sozialkompetenzen: Wie geht man miteinander um, wie diskutiert man richtig, welche Fähigkeiten braucht man im späteren Leben.

Auch das praktisch orientierte Lernen hat uns in unserer eigenen Schulzeit teilweise gefehlt. An einigen Schulen gibt es aber natürlich auch bereits Ansätze dieser Art, dazu dann in den folgenden Abschnitten mehr.

Die Förderung und das tatsächliche Sprechen von Fremdsprachen ist ein weiterer Punkt, den wir bei den Inhalten und Medien in der Schule besonders wichtig finden. Hier kommt unter anderem auch der Wunsch nach mehr Austausch mit anderen Ländern bzw. Partnerschulen aus dem Ausland ins Spiel.

Ein weiteres Pflichtfach, das man einführen sollte, ist die Digitalisierung. An vielen Schulen wird immer noch mit den klassischen Tafelaufschrieben gearbeitet. Natürlich ist das auch eine Frage des Geldes, aber wären die Klassenzimmer mit Beamern, Dokumentenkameras oder Smartboards ausgestattet, würde das vielen Kindern dem Umgang mit Technik schon einmal erleichtern. Auch das Arbeiten mit Computern im Allgemeinen ist unserer Meinung nach wichtig, da man diese digitalen Kenntnisse im späteren Berufsleben oder auch im Studium benötigt.

Auch die Auseinandersetzung mit aktuellen politischen Geschehen wird zwar vor allem in der Oberstufe gefördert, aber auch hier fehlt uns teilweise die Vermittlung von politischem Verständnis, welches man sicherlich auch in den niedrigeren Klassenstufen vermitteln könnte.

Bei der Bearbeitung von Literatur hatten wir die Idee, dass man nicht nur die Klassiker im Unterricht behandelt, sondern vielleicht auch auf die aktuelle Literatur eingeht.


Begriffserklärung Wissen, Kompetenz, Bildung

Foto von form PxHere

„Wissen ist wie eine Blumenwiese, man muss von allem etwas pflücken und sich daraus einen bunten Blumenstrauß binden!“
Prof. Dr. Frank Thissen

Die Definition von Wissen ist, die „Gesamtheit der Kenntnisse, die jemand hat.“ Also durch eigene Erfahrung oder Mitteilung von außen, Kenntnis von etwas oder jemandem zu haben, sodass zuverlässige Aussagen gemacht werden können. Oder ganz allgemein einfach „Kenntnis“ von etwas haben.

Kompetenz bedeutet „Sachverstand“ oder „Fähigkeit“. Man hat also eine bestimmte Fähigkeit, wenn man eine Kompetenz erworben hat. Beispiele sind die sozialen oder wissenschaftlichen Kompetenzen. Bildung hingegen wird mit das Gebildetsein, das AusgebildetSein oder mit erworbenes Allgemeinwissen definiert. (Duden, 2020)

Wenn man sich also Wissen über ein bestimmtes Gebiet angeeignet hat und dieses nun auch anwenden kann, hat man eine Kompetenz in diesem Gebiet erlangt. Wissen ist also lediglich ein Hilfsmittel zur Bildung. Bildung bedeutet nämlich, dass man Wissen ansammelt und mit diesem Grund- und Allgemeinwissen neue, noch nicht da gewesene Probleme lösen, sich kritisches Denken aneignet und somit selbstständig und reflektiert denken kann.

„Bildung ist das, was übrig bleibt, wenn man alles vergessen hat, was man gelernt hat.“  Werner Heisenberg

Hier noch ein Video, in dem über die wesentlichen Kompetenzen, die Schüler haben sollten, diskutiert wird.

21st Century Skills

Die sogenannten „21st Century Skills“, also Fähigkeiten und Kompetenzen, die man im Berufs- und Arbeitsleben im 21. Jahrhundert benötigt, kann man drei Kategorien einteilen: Allgemeinbildung, Kompetenzen und Charaktereigenschaften. Dieses 3-Säulen-Modell, wie es auch in dem Schaubild zu sehen ist, bildet sozusagen die Grundlage, für die Inhalte, die man im 21. Jahrhundert noch lernen sollte.

Sozialkompetenz als Schulfach

Soziale Kompetenzen sollten in allen Schulen der Zukunft noch mehr gefördert werden. Da sie eine wichtige Grundlage für das Zusammenleben und die Kooperation mit anderen Menschen bilden, sind soziale Fähigkeiten unerlässlich für das Miteinander. Vor allem Teamarbeit ist jetzt und auch in Zukunft extrem wichtig. Leider kann das nicht jeder, weshalb es umso wichtiger ist, solche Fähigkeiten zu trainieren und zu lernen.

Aktuell gibt es schon einen guten Ansatz, wie man die sozialen Kompetenzen in den Schulen miteinbinden kann. Das Lebenskompetenzprogramm, eingeführt von Lions-Quest. Sie haben das Schulfach „Leben und Lernen lernen“ entwickelt. Das Programm heißt „Erwachsen werden – Erwachsen handeln“

„Lions-Quest stärkt die Resilienz [= psychische Widerstandskraft] und wirkt sich positiv auf die Persönlichkeitsentwicklung aus. Das Programm verbessert die Lebens- und Sozialkompetenzen und vermittelt darüber hinaus Demokratieverständnis und interkulturelle Kompetenz.“ (Lions-Quest, 2020)

Weiterführender Link: Lions-Quest

Erklärvideo von Lions-Quest

Inhalte frei wählen & Lernen an Phänomenen

Reformpädagogik – Die Idee des freien Lernens

Die meisten Menschen haben, wenn sie an Schule denken, das klassische Bild von Tisch- und Stuhlreihen, frontalem Unterricht, regelmäßiger Leistungsbewertung durch Klassenarbeiten und Tests und einem strukturiertem Unterricht im Kopf. In der Zeit um das 20. Jahrhundert entstand aber eine Art von Schule, die mit dem klassischen Schulleben wie die meisten es kennen nicht mehr viel zu tun hat. Diese Schulen werden heute Reformschulen, Montessori-Schulen oder auch Freie Aktive Schulen genannt und basieren auf dem Prinzip von Reformpädagogik. Dieses pädagogische Bildungskonzept wurde von der Italienerin Maria Montessori entwickelt.

Grundsätzlich werden mit dem Begriff „Reformpädagogik“ alle Begriffe zusammengefasst, die Schule, Schulunterricht und Erziehung neu auffassen. Das Hauptziel besteht darin, den SchülerInnen Freude am selbstbestimmten Lernen zu vermitteln. Hierbei geht es also nicht nur um alternative Lerninhalte sondern allgemein um alternative Methoden, Neues zu lernen.

An Schulen, die nach diesem Konzept unterrichten, wird heterogen unterrichtet, sodass sich die SchülerInnen gegenseitig helfen und voneinander lernen können. Dabei gibt es verschiedene jahrgangsgemischte Stufen, die jeweils durch Projektarbeiten eingeleitet werden.

Der Großteil der Unterrichtszeit besteht aus Freiarbeit, wobei die SchülerInnen selbst entscheiden können, wie sie diese Zeit nutzen können. Die Lehrer, die hier oft Betreuer genannt werden, stellen verschiedene Inhalte oder Module zur Auswahl, an denen man sich dann beteiligen kann, wenn man möchte. Bekannte Methoden dabei sind die schon eben genannte Freiarbeit, aber auch Projektarbeit, Werkstattarbeit, Lernwerkstätten und Epochenlernen.

Die Reformpädagogik sieht in dieser Methode des freien Lernens den Vorteil, dass die Kinder schon in einem relativ frühen Alter zur Selbstständigkeit erzogen werden, da sie sich die Inhalte eben selbst aussuchen, diese aber auch zum Großteil allein bearbeiten sollen. Die Begleiter stehen eher im Hintergrund, stellen dabei neue Themen oder Aufgaben vor und helfen den SchülerInnen, falls es Probleme gibt.

Trotz der vielen Freiheiten, die die SchülerInnen auf eine Reformschule haben, gibt es trotzdem typische Grundsatzregeln, die von den Betreuern bzw. Pädagogen festgelegt werden, die vor allem den Umgang miteinander betreffen.

Reformschulen werden jedoch auch oft kritisch betrachtet, vor allem auch, weil die SchülerInnen bei dem Übergang auf weiterführende Schulen viel Extraunterricht nehmen müssen, um aus staatlicher Sicht für die weiterführenden Schulen zugelassen zu werden. Auch für Abschlussprüfungen müssen die SchülerInnen, je nachdem mit welchen der frei wählbaren Inhalte sie sich über die letzten Schuljahre beschäftigt haben, viel Stoff aufholen. Den die Abschlussprüfungen sind trotz allem nach dem Lehrplan des jeweiligen Bundeslandes gerichtet sind und bekanntlich landesweit immer dieselben.

Der Grundgedanke des freien Lernens ist oft nur schwer mit den traditionellen Bildungsmaßstäben verknüpfbar. Auch die Tatsache, dass Reformschulen grundsätzlich Privatschulen sind, da deren Konzept eben nicht in das staatliche Schulsystem passt und so von den Eltern mitfinanziert werden muss, wird häufig problematisch betrachtet. Denn nach dem Grundgesetz dürfen Privatschulen nur genehmigt werden, wenn eine Unterteilung der Schüler nach dem finanziellen Status der Eltern nicht gefördert wird. Durch die zusätzlichen Kosten stammen die meisten SchülerInnen einer Privatschule jedoch aus einer gehobenen Mittelschicht.

Letztendlich muss jede Familie für sich selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder auf eine staatliche Schule oder auf eine alternative Schule wie z. B. eine Montessori-Schule schicken möchte.

Quellen: Reformschulen kritisch gesehen, Idee der Montessori-Schulen, Überblick über Merkmale und Geschichte.

Lernen an Phänomenen und Fragestellungen an Stelle von klassisch strukturiertem Unterricht

Um der Frage, was man eigentlich heutzutage in der Schule noch lernen sollte, auf den Grund zu gehen muss man sich zunächst von dem Gedanken von klassischen Schulfächern und genauen Fächergrenzen im Unterricht abwenden. Denn eine vielversprechende Alternative hierfür ist das Lernen an Phänomenen und Fragestellungen. Dabei handelt es sich zum Großteil um fächerübergreifenden Unterricht, bei dem die SchülerInnen verschiedene Fragen gestellt bekommen, die dann verschiedene Fächer abdecken und sich dabei auch mit allgemeinen Phänomenen oder Ereignissen auseinandersetzen. Der Vorteil dieses interdisziplinären Lernens ist, dass die SchülerInnen sich auch direkt mit den Zusammenhängen der gelernten Inhalte auseinandersetzen und diese so besser verstehen können. Dass die Fragestellungen fächerübergreifend sind ist aber kein Muss, um mit diesem Modell arbeiten zu können.

Hier einige Beispiele für Fragestellungen/Themen dieser Art:

  • Geschichte, Politik, Wirtschaft: Anstatt „einfach nur“ die chronologische Reihenfolge unserer Geschichte zu lernen kann man Fragen stellen wie „Warum ist das römische Reich untergegangen?“, „Wie haben sich politische Systeme im Laufe der Zeit gewandelt?“, „Wie haben Menschen früher kommuniziert?“, „Welche Arten von Revolutionen gab es?“, „Wie beeinflusst die Wirtschaft die Entwicklung der Gesellschaft?“
  • Biologie: „Welche Arten von Fortpflanzungen gibt es?“, „Wie kommunizieren Lebewesen miteinander?“, „Wie beeinflussen sich die Elemente eines Ökosystems?“
  • man kann sich auch mit großen Persönlichkeiten auseinandersetzen, z. B. Galileo Galilei, Isaac Newton oder Goethe und dabei deren Forschungsarbeiten, Erkenntnisse oder Literatur behandeln, aber auch die Epochen, in denen diese Personen gelebt haben.

Der indische Bildungswissenschaftler und Informatiker Sugata Mitra hat für genau solche Fragestellungen ein ganzes Unterrichtskonzept entwickelt. Dieses Konzept heißt „SOLEs – Self Organized Learning Environmets“, also selbstorganisierte Lernumgebungen, und wird in Indien bereits umgesetzt. Dabei haben immer Gruppen von ca. 4–5 Kindern einen Computer und das Internet zur Verfügung. Diesen Kindern werden Fragen zu offenen Themen gestellt, mit Hilfe des Computers können sie sich dann Informationen dazu heraussuchen und die Fragen Stück für Stück beantworten. Diese Fragen sollten natürlich nicht mit einer einfach Online-Eingabe direkt zu beantworten sein, die Kinder sollten dabei eher auf immer mehr Fragen und neue Themen stoßen, wodurch dann ein Lernprozess entsteht. Das Besondere bei den SOLEs ist, dass die Kinder voneinander lernen und sich die gefundenen Inhalte gegenseitig erklären können, da sie sich den Computer immer in einer Gruppe teilen. Dass dieses Konzept vom Lernen in einer Gruppe funktioniert hat Mitra durch sein „Hole-in-the-Wall“-Experiment festgestellt (dazu im nächsten Abschnitt mehr). Haben die Kinder dann doch eine Frage, haben sie die Möglichkeit, britische Lehrerinnen in Rente per Videochat anzurufen, die ihnen dann helfen. Mitra nennt dies die „Granny-Cloud“. 

Eigentlich werden SOLEs an Orten verwendet, zu denen die guten Lehrer nicht gehen wollen oder es einfach nicht genug Lehrer gibt, man könnte SOLEs sicherlich aber auch an normalen Schulen umsetzen. Hier würden die Kinder bzw. SchülerInnen dann Hilfe anstatt von der „Granny-Cloud“ ganz normal Hilfe von ihren LehrerInnen bekomen.

Quellen: Kinder können sich selbst unterrichten, Lernen an Phänomenen.

Weitere Inhalte, die über das Thema der Lehrinhalte und -medien hinausführen

  • Kinder können sich selbst unterrichten: Mitra beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Qualität von Bildung verändert, wenn sie sich von einem Ballungsgebiet entfernt und wenn sie in Regionen stattfindet, die wirtschaftlich und sozial von den höheren Schichten entfernt sind. Außerdem erklärt er die Durchführung von seinen „Hole-in-the-Wall“-Experimenten und welche Ergebnisse diese lieferten.
  • Eine Schule in der Cloud: Ein Ort, an dem die SOLEs umgesetzt werden. Mitra spricht darüber, wie man das Bildungssystem verändern sollte, um SchülerInnen auf heutige Berufe vorbereiten zu können. Zu der Schule in der Cloud gibt es auch eine Dokumentation, für diese muss man sich allerdings bei der Plattform Vimeo registrieren.
  • The Future of Learning: Dieser Vortrag fasst die Experimente von Sugata Mitra zusammen und verschafft einen Überblick über seine Arbeit.
  • The child-driven education: Hier spricht Mitra darüber, wie sich Kinder selbst bilden können, außerdem wird noch einmal das Konzept der SOLEs von Mitra erklärt. 

Geschichtliches Lernen

An der St. Ursula-Schule Hannover wird der Geschichtsunterricht mit verschiedenen Aktionen spannend gestaltet. Beispielsweise machen Besuche von Zeitzeugen, die über ihre Erlebnisse erzählen, die Geschichte greifbar. Weitere Aktivitäten sind die Teilnahme an Geschichtswettbewerben, Exkursionen und die Besuche von regionalen Lernorten, wie z.B. Museen. 

mehr Infos

Geschehnisse diskutieren

Es ist wichtig, sich mit dem aktuellen Geschehen zu befassen und dieses auch zu verstehen. Als Grundlage für eine Diskussion können Zeitungsartikel dienen. Beispielsweise bringt jeder Schüler einen Artikel aus der aktuellen Woche mit und erzählt kurz über was dieser handelt. Der Lehrer beteiligt sich am Gespräch unter den Schülern und bringt neue Aspekte ein. Das Wissen wird vertieft, wenn man sich aktiv damit beschäftigt.

Eine weitere Möglichkeit über Geschichte zu sprechen ist, eine Frage als Vorlage zu verwenden. Beispielsweise: „Was war zu dem heutigen Datum in einem anderen Jahr?“

Die Schüler können recherchieren und im Anschluss wird darüber gesprochen.

Praktisch orientiertes Lernen

Im 21. Jahrhundert ist es wichtig, ein vielseitiger Mensch zu sein, und nicht nur ein Spezialist auf einem Gebiet. Man benötigt einen breiten Blick auf die Welt. Die Entwicklung dieser Sichtweise wird durch eine vielseitige und abwechslungsreiche Ausbildung erleichtert. Daher ist interkulturelles und praktisch orientiertes Lernen wesentlich.

Ziele & Ideen

  • didaktische Verknüpfung zwischen Theorie und Praxis
  • Schüler ist ein aktiver Teilnehmer am Lernprozess, der Lehrer ist der Organisator dieses Prozesses
  • das Lernen sollte nicht nur innerhalb der Schule stattfinden
  • Bildungsinhalte vermitteln die Kenntnisse „vom Ort“ (z.B. Museen, Theater, Konservatorien, Labors, Werke usw.) – Förderung der zukünftigen beruflichen Kompetenz. Berufsorientierungskonzepts
  • Selbstständiges Lernen 

Kunstunterricht für die Grundschüler, Museum Peggy Guggenheim, Venedig (Foto: Lilia Winandy/HdM)

Interkulturelles Lernen

Ziele & Ideen

  • wichtig in einer Zeit der Globalisierung
  • Neugier an der anderen Sprachen und Kulturen wecken
  • interkulturelles Lernen innerhalb der Schule. Reflexion über Stereotypen gegenüber anderer Kulturen durch Medien: Fotos, Filme, Kunst, Musik, Literatur
  • interkulturelles Lernen außerhalb der Schule. Sport, Klassenreisen, zusammen Essen gehen, Schüleraustausch

Eine Auswahl von interessanten Artikeln, Informationen und Beispielen über interkulturelles und praktisch orientiertes Lernen:

  1. Ein Beispiel des praktisch orientierten Lernens.
    Die DUALIS GmbH IT Solution und die Gottlieb-Daimler-Schule 2 haben eine Partnerschaft geschlossen. 
  2. Artikel „Was ist handlungsorientierter Unterricht?“
  3. Interkulturelles Lernen. Warum diese ist wichtig?
  4. Interkulturelles Lernen. Was versteht man darunter?
  5. Interkulturelles Lernen. Beispiel: International School of Stuttgart (ISS) 
    For over thirty years, the International School of Stuttgart (ISS) has been the only school in the Stuttgart region to offer a truly international education – authorized and accredited by the Council of International Schools, the New England Association of Schools and Colleges, and the International Baccalaureate Organization. 
    Multicultural Events: 900 + Teilnehmer
  6. Interkulturelles Lernen. Beispiel: Appleby College, Kanada. Am Appleby College im kanadischen Oakville lernen Jugendliche aus über 40 Ländern. Ihre verschiedenen Kulturen spielen im Schulalltag eine Rolle.
    Weltweite Projekte gehören dazu und sind ein Teil des interkulturellen Lernens.
    Ein Beispiel ist das Projekt „Jugendkurse in Deutschland“. Im Rahmen der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) veranstaltet das Goethe-Institut internationale Jugendkurse für Schülerinnen und Schüler von PASCH- Schulen aus aller Welt. Jedes Jahr treffen sich rund 1.000 Stipendiaten aus über 100 Nationen. 
  7. The Importance of World Languages and Intercultural Competence 

Quellen:

  1. Thomas, A. (1994). Interkulturelle Beziehungen. In: Rosenstiel, Lutz von und Hockel, Curt und Molt, Walter, (eds.) Handbuch der angewandten Psychologie: Grundlagen, Methoden, Praxis. (S. 1-14). ecomed, Landsberg/Lech. 
  2. Gentner, E. (2019). Interkulturelles Lernen im Geschichtsunterricht. Wochenschau. 3. Auernheimer, G. (1995). Einführung in die interkulturelle Erziehung, Darmstadt.
  3. Heigl, W. (1996). Arbeitsbuch gegen Fremdenfeindlichkeit. Unterrichtsvorschläge für Schule und Jugendarbeit, Weinheim Basel. 

Fremdsprachen

In einer globalen Welt spielt vor allem Englisch, aber auch andere Fremdsprachen eine essenzielle Rolle. Um eine Sprache wirklich zu beherrschen ist es wichtig, diese auch anzuwenden. Stupides Auswendiglernen von Grammatik und Vokabeln reicht nicht aus. Schüler müssen lernen, mit der Sprache in verschiedenen Themenfeldern umzugehen.

Andere Fächer in Fremdsprachen

Eine Möglichkeit ist, andere Fächer auch in Fremdsprachen anzubieten. Am Goethe-Gymnasium Reichenbach wird beispielsweise das Fach Geschichte als bilinguales Modul angeboten. Die Schüler können wählen, ob sie Geschichte in Englisch oder Deutsch belegen möchten. An dieser Schule werden auch zusätzliche Aktionen angeboten, wie ein Schüleraustausch und die Teilnahme an Sprachwettbewerben. Diese motivieren die Schüler und unterstützen die Entwicklung der Sprachkompetenzen. 

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Grundschule 

Vor allem in der Grundschule sollten die Anforderungen, die das Thema stellt, beachtet werden, unter der Berücksichtigung der Sprachkompetenz der Schüler. Die Stiftung LERNEN formuliert konkrete Beispiele, um die englische Sprache in der Grundschule miteinzubeziehen: 

Vorschläge für Ethik/Religion: 

  • Families in different countries
  • Celebrating festivities in different countries
  • Me and my friends
  • Friendship
  • Feelings

Vorschläge für den Sportunterricht:

  • A new game – rules
  • Body and movements
  • My favourite sport
  • A fitness programme
  • let’s stretch, bend and shake
  • The Olympic Games

Vorschläge für Kunst:

  • Theory of colour (mixing colours) 
  • Expression of feelings through colours
  • Making figures/puppets using different materials

„Den Schülerinnen und Schülern soll freigestellt werden, welche Sprache sie im Unterricht verwenden. Auf keinen Fall sollten sie dazu gezwungen werden, sich in der Fremdsprache zu äußern. Antworten und Reaktionen auf Deutsch werden von der Lehrkraft ohne Vorbehalt akzeptiert. Im Verlauf des Unterrichts werden die Schülerinnen und Schüler die Fremdsprache immer häufiger in alltäglichen und sachfachlichen Kommunikationssituationen einsetzen und dazu von der Lehrkraft ermutigt.“

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Lehrer als Tandem-Partner

Dieses Konzept ermöglicht einen internationalen Austausch und damit auch das Lernen von Fremdsprachen. Die Lehrer von zwei Schulen aus unterschiedlichen Ländern sind sogenannte
„Tandem-Partner“. Sie tauschen die Unterrichtsmaterialien ihrer Klasse mit der jeweils anderen aus. Es entstehen neue Grundlagen für den Unterricht und die Schüler lernen die andere Sprache. Dank der engen Zusammenarbeit, sind auch ein Austausch und Besuch im anderen Land eingeplant.

weitere Infos

Gesprächsrunden in Fremdsprache

Einfach umsetzen lassen sich Gesprächsrunden in einer Fremdsprache. Es wird eine Frage in den Raum gestellt und eine Diskussion eröffnet. Die Schüler lernen die Sprache anzuwenden und nebenbei wird das Selbstvertrauen in dem Sprechen der Sprache gestärkt.

Digital- und Informationskompetenzen

Informationskompetenz meint so viel wie die gezielte Auswahl, kritische Bewertung und angemessene Nutzung von Informationen, die Medienkompetenz und damit auch der verantwortliche Umgang mit sozialen Medien wie z. B. Facebook.

Die effektive Nutzung von Technologien zur Recherche, Organisation, Kommunikation und Präsentation von Inhalten ist sehr wichtig und durch den Überfluss an Informationen, die wir heutzutage und auch in Zukunft mit dem Internet abrufen können, noch mehr. 

Der richtige Umgang mit den digitalen Geräten und der modernen Technik muss gelernt werden. Denn wir nutzen jetzt schon sehr viele technische Geräte und dieser Gebrauch wird in Zukunft weiterhin schnell ansteigen. 

Die Gesellschaft für Informatik (GI) hat 2016 in der Dagstuhl-Erklärung unter anderem gefordert, dass es Schulfächer geben solle, welche fördern sollen, dass die Schüler*innen auf die digitale Welt vorbereitet werden und die entsprechenden technischen Kompetenzen erlangen. Es sei außerdem die Aufgabe aller Schulfächer, fachliche Bezüge zur Digitalen Bildung herzustellen. 

In vielen Schulen gibt es schon seit Jahren den Informatik-Unterricht. Im Friedrich-List Gymnasium in Ulm gibt es sogar drei verschiedene Informatik-Themengebiete, aus denen man sich eins heraussuchen darf, was dann in drei Schuljahren gelernt wird. 

In der Merz-Schule Stuttgart gibt es beispielsweise die Wahlfächer Webseitenerstellung oder PC Klinik. Die Schule wurde 2019 unter anderem von der nationalen Initiative MINT mit dem Titel „Digitale Schule“ ausgezeichnet. 

Auf der Seite der Initiative MINT findet man noch weitere solcher digitalen/modernen Schulen. 

Damit ist es aber noch nicht getan. Diese Ausnahme-Schulen müssen die Regel werden. 

Die Fächer zur Technik- und Informationskompetenz müssen verstärkt in Schulen eingeführt und zur Regel, statt zur Ausnahme werden. Nur so können alle Nachwuchsgenerationen einen verantwortungsvollen, kompetenten Umgang mit den heutigen und zukünftigen Medien der digitalen Welt erlernen.