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Lernräume an Schulen – Die Wirkung der Raumgestaltung

Jeder Mensch wird von seiner Umgebung beeinflusst – ob bewusst oder unbewusst. Hierbei spielen nicht nur die Personen eine Rolle, sondern auch der Raum selbst.

Schüler*innen und Lehrende verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Schulumgebung. Um eine angenehmes Lernklima zu gestalten und die Kreativität sowie die Konzentrationsfähigkeit zu fördern, gibt es  bereits einige Ansätze. Diese werden in der Realität jedoch kaum berücksichtigt.

Wir möchten durch unsere folgenden Ergebnisse darauf eingehen, wie stark eine passende Raumgestaltung den Schulalltag und das Lernen verbessert.

Dabei haben wir die Ergebnisse in fünf Räume eingeordnet: Kreativraum, Klassenzimmer, Gruppenprojektraum, Stillarbeitsraum und der Raum im Außenbereich. Das Lernraumkonzept kann jedoch auch individuell in jeder Schule umgesetzt werden, da sie sich mehr auf einzelne Aktivitäten im Schulalltag beziehen. Beispielsweise können Gruppenarbeitsbereiche im Flur eingerichtet werden und müssen nicht einen extra Raum beanspruchen.

Kreativ- / Info-Raum

Durch den Kreativraum wird den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geboten, sich in eine andere Arbeitsatmosphäre zu begeben. Die räumliche Trennung zu den gewohnten Arbeitsplätzen sorgt für eine effiziente und effektive Arbeitsphase (Oeschger, 2010) und schafft Freiraum für Kreativität. Es sollte darauf geachtet werden, eine andersartige Atmosphäre als beispielsweise im Klassenzimmer zu erzeugen, um so die räumliche Trennung noch deutlicher zu machen. Wie diese Atmosphäre erzielt werden kann, erfahren wir im Folgenden. 

1. großes Fenster, blaue Akzentbeleuchtung

Ein großes Fenster hat mehrere positive Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und unsere Kreativität. Zum einen dringt viel Tageslicht in den Raum, das dafür sorgt, dass wir uns wacher fühlen. Zum anderen bietet es die Möglichkeit, rausschauen zu können. Im optimalen Fall befinden sich vor dem Fenster Bäume, ein Fluss oder ein See – etwas, das dazu beiträgt den Blick schweifen lassen zu können. Mal etwas Anderes zu sehen, als die Schulbank, kann die Schülerinnen und Schüler dazu anzuregen, durch Tagträume kreativer zu werden. Studien belegen, dass eine naturnahe Umgebung für den Menschen eine positive Wirkung auf die Konzentrationsfähigkeit und das Wohlbefinden hat (Rathmann und Brumann, 2017). Und dies sind zwei Faktoren die hilfreich für die Kreativität sein können.

Gibt es kein großes Fenster kann alternativ oder zusätzlich eine baue Akzentbeleuchtung eingesetzt werden. Diese lässt die Schülerinnen und Schüler zusätzlich kreativer werden (Zimmermann, 2018). 

2. Bücherregal

Verschiedene Bücher durchzublättern, Bilder anzuschauen und verschiedene Informationen aufzunehmen, können ebenfalls die Kreativität anregen. Außerdem schafft dieser Raum, eine Atmosphäre, in der die Schüler sich freiwillig informieren können. Entweder mit frei zugänglichen Büchern oder ihrem iPad.

3. Sessel

Bequeme Sessel tragen einen großen Teil zum Wohlbefinden im Raum bei. Dort können die Schüler mal auf einem anderen und bequemeren Stuhl als dem Schreibtischstuhl sitzen und Ihren Gedanken und Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Außerdem können sie sich strukturieren und ihren Tag oder Woche planen. Zunächst einmal können sie sich die Fragen beantworten, was ihre Ziele sind und was Priorität hat.

4. Musik

Viele Menschen hören Musik, wenn sie kreativ sein möchten. Es hilft uns dabei, in einen kreativen Flow zu kommen und andere Gedanken oder Einflüsse auszuschalten. Mit Musik kann es uns leichter fallen, uns nur auf das zu konzentrieren, was wir gerade tun. Beispielsweise Piano Musik ohne Gesang kann den kreativen Flow und die Konzentration fördern. In einer Langzeitstudie an Berliner Grundschulen zeigte sich, dass Kinder aus musikbetonten Grundschulen besser bei Kreativitätstest abschnitten als die Kontrollgruppe (Bastian, 2000). So ist es erstrebenswert nicht nur in einem Kreativraum Musik als kreativitätsfördernde Maßnahme einzusetzen, sondern auch z.B. in Kunstunterrichtsstunden.

Außerdem könnten die Schülerinnen und Schüler im Kreativraum in Ruhe gemeinsam oder alleine einen Podcast hören, um sich über bestimmte Themen zu informieren. 

5. Pflanzen

Mit Pflanzen kann Natur in den Raum geholt werden. Natur hat eine beruhigende Wirkung im Gegensatz zu Stadtlärm und Gebäuden auf uns. Umso mehr Natur ist also umso besser für das Wohlbefinden und die Konzentration. Außerdem ist es hilfreich Gegenstände anschauen zu können, während eins Gedankenprozesses. Ist alles hundert Prozent ordentlich und steril hemmt das eher die Kreativität.

6. Handarbeit

Foto: R. Sneddon Unsplash

Um Kreativität oder Konzentration zu fördern, kann es hilfreich sein, zwischendurch etwas komplett Anderes zu tun. An diesem Tisch können Schülerinnen und Schüler beispielsweise gemeinsam oder alleine an einem Puzzle arbeiten. Das Arbeiten mit den Händen kann eine gute Abwechslung zum Zuhören und am Laptop sitzen, darstellen. Auch Kneten oder Töpfern sind gute Beispiele für Handarbeit, die die Kreativität fördern können und dem Gehirn eine Pause geben. 

7. Trennwände

Trennwände sind ideal, um die Konzentration zu fördern. Sie sorgen dafür, dass sich die Schülerinnen und Schüler nicht so stark von Mitschülerinnen und Mitschülern ablenken lassen. Sie sind räumlich von den anderen getrennt und können sich somit ungestört mit ihrem eigenen Projekt, ihrer eigenen Idee auseinandersetzen. 



8. Wand aus Moos und Sukkulenten

Diese grüne Wand holt besonders viel Natur in den Raum und sorgt nicht nur für ein angenehmes Raumklima, sondern auch für Entspannung. Ebenso wie einzelne Pflanzen hat diese Mooswand den Vorteil, dass die Farbe und die Assoziation mit Naturerlebnissen Entspannung und Ruhe auslöst. Dies sind perfekte Grundvoraussetzungen, die Kreativität und Konzentrationsfähigkeit fördern. 

9. Bequeme Sessel

Weitere bequeme Sessel bieten noch mehr angenehme Sitzmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler. In diesem Bereich können sie entweder mit mehreren ein Brainstorming veranstalten oder alleine die Gedanken schweifen lassen.

10. Bilder

Die vielen Bilder an der Wand können die Gedanken der Schülerinnen und Schüler anregen. Vor allem grüne und blaue Farben wirken sich besonders gut auf die Kreativität aus. Außerdem  bewirken verschiedene Formen, die sich im Bild schneiden, die Anregung von Kreativität (Mangold, 2020).

Mangold, R. (2020). Wahrnehmunsgpsychologie. Abgerufen aus dem Foliensatz und der Vorlesung vom 17.11.2020

Klassenzimmer

1. „Input-Ecke“

Das Klassenzimmer ist der Bereich, wo Lehrende und Schüler*innen zusammenkommen, um Input zu bekommen und sich auszutauschen. Dabei soll durch die Raumgestaltung der klassische Frontalunterricht vermieden werden, und eine entspanntere Atmosphäre der Zusammenarbeit geschaffen werden. Der „Lehrerpult“, wie man ihn kennt, soll durch eine „Input- Ecke“ ausgetauscht werden, in der der Lehrer die Möglichkeit hat, Materialien zu verstauen und während der Freiarbeit eigene Arbeit zu erledigen. Schüler können bei Fragen und Anregungen jederzeit zu ihm kommen und um Hilfestellung bitten. Natürlich soll das nicht heißen, dass der Frontalunterricht komplett abgeschaffen werden soll, sondern dass man anstrebt, dass er im Schulalltag nicht mehr dominiert.

2. Arbeitsbereich

Der Lernraum soll flexibel gestaltet werden können, um den individuellen Bedürfnissen der Schüler entgegenzukommen. Da das Miteinander und voneinander Lernen im Klassenzimmer im Fokus stehen soll, müssen Möbel und andere Arbeitswerkzeuge als Hilfsmittel und Unterstützungen dienen. Der Raum sollte sich also an die Schüler anpassen lassen, und nicht die Schüler an den Raum. Dafür eignen sich z.B. gebogene Tische, die man nach Bedarf als Kreis, Gruppen- oder Einzeltische einsetzen kann. Für eine schnelle und flexible Umstellung der Tische und Stühle, sollten diese auch Rollen besitzen.

3. Tafel

Um mehr Dynamik ins Zimmer zu bekommen, kann man die Tafel auf die gegenüberliegende Seite von der „Impuls-Ecke“ platzieren und diese als Austauschwerkzeug für die ganze Klasse nutzen. Die Tafel ist nicht nur für den Lehrer da, um den Lernstoff aufzuschreiben, damit die Schüler ihn abschreiben, sondern eine Möglichkeit Ideen zu visualisieren und Inhalte zu teilen.

4. Zimmerpflanzen

Sie lassen das Klassenzimmer nicht nur gemütlicher und angenehmer wirken, sondern bringen auch weitere Vorteile mit sich. Pflanzen sorgen für ein besseres Raumklima durch ihre Eigenschaft Staub in der Luft zu binden und für eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit zu sorgen. Die Schüler lernen dabei auch Verantwortung für andere Lebewesen zu übernehmen und können den Wachstumsprozess miterleben. Dieser Prozess zeigt den Kindern auch, dass durch sogfältige Arbeit und Geduld Fortschritte erreicht werden können.

Es ist jedoch nicht jede Pflanzenart dafür geeignet. Davon abgesehen, dass giftige Pflanze auf keinem Fall in einem Klassenzimmer stehen sollte, wäre es empfehlenswert pflegeleichte Pflanzen zu wählen. Am besten eignen sich Arten aus tropischen oder subtropischen Gebieten, welche gleichbleibende Temperaturen und Schatten gewohnt sind.

5. Knabberecke

Eine Knabberecke mit Snacks und Getränke gibt dem Raum eine gewisse Lockerheit und Gemütlichkeit. Die Einführung eines Kuchen- Dienstes wäre eine schöne Möglichkeit die Kinder zum Backen zu motivieren, da am Ende sich jeder freut und etwas davon hat. Viel wichtiger ist jedoch die Möglichkeit jederzeit Wasser oder Saftschorle zu trinken, um hydratisiert zu bleiben. Da unser Gehirn eines der wasserreichsten Organe in unserem Körper ist, nimmt die Konzentrationsfähigkeit bei zu wenig Wasser ab, was durch die Bereitstellung von Getränken im Klassenzimmer viel leichter vermieden werden kann.

Gruppenprojektraum

Der im Beispiel gezeigte Gruppenprojektraum soll den Schülern die Möglichkeit geben, ihre schulischen Gruppenprojekte in einem geeigneten, angenehmen Raum umzusetzen. Hier können sich mehrere Gruppen treffen und gemeinsam mit den benötigten Materialien, Möbeln und in einer passenden Lernatmosphäre an ihren Projekten arbeiten. So können die Schüler Pausen und Freistunden nutzen und müssen sich nicht unbedingt bei jemandem zuhause treffen. Der Raum ist für mindestens vier Gruppen gedacht und ist so ausgelegt, dass die Gruppen sich gegenseitig nicht stören. Das funktioniert trotz all den getroffenen Maßnahmen natürlich nur, wenn sich die Gruppen angemessen verhalten und Rücksicht aufeinander nehmen. Auch bei den Materialien sollten die Schüler sorgfältig sein. Es wäre sinnvoll ein paar Regeln aufzustellen, doch wenn der Raum ansprechend gestaltet ist und gepflegt wird werden die Schüler ihn auch zu schätzen wissen und ihn angemessen behandeln.

Solch eine Möglichkeit für Gruppenarbeiten muss natürlich nicht immer in einem neuen Raum sein, sondern kann auch gut im Flur oder in anderen Räumen integriert werden. Dabei kann man trotzdem auf die folgenden Gestaltungstipps achten.

1. runde Tische für gute Zusammenarbeit

Die runden Tische ermöglichen ein gutes Zusammenarbeiten, wobei sich mehrere Leute gut sehen und hören können, ohne erst Tische zusammenstellen zu müssen. Das fördert die Kommunikation und bindet alle Teilnehmer in die Gruppe mit ein. In der Mitte des Tisches können für alle sichtbar Ergebnisse präsentiert und gezeigt werden.

2. Pflanzen als Raumtrenner

Foto: www.hydroplant.ch

Raumtrenner sind in diesem Projektraum für mehrere Gruppen sehr wichtig, damit sie sich nicht gegenseitig stören und gezielt arbeiten können. Wenn man hierfür Pflanzen verwendet kann dies zusätzliche Vorteile haben. Sie wirken entspannend und können sogar dabei helfen schwierige Situationen besser zu meistern, denn sie erhöhen die Produktivität, die Konzentration und außerdem die Kreativität durch ihre beruhigende Aura. Gleichzeitig sind sie tolle natürliche Raumbefeuchter, die auch Schadstoffe und Staub absorbieren, wodurch sie das Raumklima verbessern. (Guéguen, 2013)

Empfehlenswert für solch einen Gruppenraum sind Pflanzen mit viel Blattmasse, da sie bessere Raumbefeuchter und Staubfänger sind als blühende Pflanzen. Papyrus wäre ein Beispiel, das zwar viel Wasser braucht, allerdings auch sehr viel Luftfeuchtigkeit abgibt, wodurch die Schleimhäute und Atemwege vom Austrocknen über die Heizungsluft geschützt werden. Ein robusteres Beispiel wäre der Drachenbaum, der weniger Pflege benötigt.

Die Pflanzen bedeuten zwar viel Aufwand, dies könnte man aber bewältigen, indem man zum Beispiel einen wechselnden Pflanzendienst hat und die Kinder sich selbst um die Pflanzen kümmern müssen und dabei auch etwas lernen und Verantwortung übernehmen.

3. Fototapete zur Kreativitätsförderung

Foto: Johannes Plenio auf Pexels

An diesen großen Wandflächen könnte man eine entspannende Fototapete anbringen. Hier würde sich zum Beispiel eine Wald oder eine Landschaft mit viel Natur anbieten. Die Grüntöne beruhigen, harmonisieren und sorgen für Wohlbefinden. (Immoos, 2010)

Aber auch andere Naturbilder eignen sich und wirken sich positiv aus. Wichtig ist, dass sie harmonisch und nicht stressfördernd sind. Die Natur kann uns positiver stimmen und das funktioniert auch schon bei Bildern.

4. großes Regal als Abstellmöglichkeit

Damit die Schüler Taschen und Dinge, die sie bei der Gruppenarbeit nicht brauchen ablegen können, kann einer der Raumtrenner als Abstellmöglichkeit dafür dienen.

5. bewegliche Whiteboards

Foto: Shuki Harel auf Pexels

Whiteboards sind sehr wichtig für die Visualisierung und Festhaltung von Ideen und Ergebnissen. Um das Arbeiten mit ihnen überall zu ermöglichen kann man beweglich Whiteboards nutzen. Die Schüler können sie nutzen um direkt darauf zu schreiben oder zu zeichnen, Ausgedrucktes mit Magneten anzuheften oder Klebezettel anzubringen. Sehr hilfreich ist dies bei Ideensammlungen und Brainstormings, damit man keine Idee vergisst und immer den Überblick behält. Jeder sieht immer, was der aktuelle Zwischenstand ist und welche Ergebnisse die Gruppe bereits erzielt hat.

Visualisierung hilft auch dabei, komplexe Zusammenhänge zu verdeutlichen, zu verstehen und behalten zu können. Es unterstützt die Wissensaufnahme und Wissensverarbeitung und darum sollte den Schülern auf jeden Fall die Möglichkeit geboten sein, ihre Ideen und Erklärungen mit Hilfe von Visualisierung einfach der Gruppe vorzustellen.

6. bewegliche Tische

In diesem Teil des Gruppenraumes können flexible Gruppentische geformt werden. Um dies zu ermöglichen sollten die Tische leicht genug sein. So können die Schüler die Tische nach Bedarf umstellen und können auch in kleineren Gruppen gut zusammenarbeiten, ohne wie an einem großen Tisch zu weit voneinander entfernt zu sein.

7. große Fensterfront

Viel natürliches Licht schafft eine gute Lernatmosphäre und sorgt für eine bessere Konzentration, weshalb man versuchen sollte möglichst viel Sonnenlicht in den Raum zu lassen. Tageslicht fördert die Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit und kann außerdem das Sozialverhalten positiv beeinflussen, was bei Gruppenarbeiten von großem Vorteil sein kann. Sogar auf den Kreislauf und Stoffwechsel kann es gute Auswirkungen haben. (Scharp & Kamburow, 2016)

8. Computer zur Recherchemöglichkeit

Um den Schülern das Recherchieren und Überprüfen von Informationen zu ermöglichen könnten 1-2 Computer im Raum platziert werden.

9. Regal mit Materialien

Foto: Startup Stock Photos auf Pexels

Hier könnte man nützliche Materialien zur Gruppenarbeit verstauen. Zum Beispiel Klebezettel und Whiteboard Stifte zur Visualisierung, oder aber auch Sanduhren, um die Zeit für bestimmte Aufgaben und Entscheidungen im Auge behalten zu können.

10. gemütliche Gruppenecke

Für kreative Ideensammlungen und Brainstormings bietet sich eine entspannte Gruppenecke mit gemütlichen Sitzmöglichkeiten an. Wenn man entspannt ist, kann man kreativer und freier denken, was zu besseren Ideen führen kann. In einer Umgebung, in der man sich wohlfühlen kann und man sich wenig Gedanken um anderes machen muss bleibt mehr Raum für Kreativität und Ideen. Die Entspannung ist eine Schlüsselkompetenz für einen besseren Ideenfluss. Sitzsäcke würden sich hier anbieten, da sie beweglich, leicht und gemütlich sind.

11. Bücherregal zur Raumtrennung

Auch Bücherregale können zu Raumtrennung genutzt werden. Zusätzlich können hier nützliche Bücher für die Schüler untergebracht werden.


Beispiele

Auch die Alemannenschule Wutöschingen, die oft als gutes Beispiel genommen wird, hat einen Projektraum, in dem mehrere Kleingruppen arbeiten können. Hier sind einige der genannten Punkte auf verschiedene Weisen umgesetzt.

Die Trennung der einzelnen Bereiche geschieht hier durch Vorhänge, was auch sehr gut funktioniert und günstiger ist. Es werden aber auch einfach Möbel mit hoher Lehne verwendet, um eine räumlich Trennung zwischen den Gruppen zu schaffen. Die einzelnen Gruppenarbeitsplätze sind mit gemütlichen Möbeln, wie Sofas oder auch einfach Kissen auf dem Boden ausgestatten, was sehr viel Flexibilität bietet. Die Anordnung ist aber immer kreisförmig oder zumindest auf ein Gegenüber Sitzen ausgelegt, bei dem sich alle Mitglieder gut sehen und hören können. Auch große Fenster sind in den meisten Räumen vertreten und zusätzlich wurden Lampen gezielt angebracht, wo man sie auch braucht. Statt mit Whiteboards wird an den Tischen in der Mitte gearbeitet. Ein paar beweglich Whiteboards, die flexibel genutzt werden können und einige Pflanzen könnte man diesem Raum noch hinzufügen.

    Stillarbeitsraum

    Die Wichtigkeit der Räume, in denen die Schüler sich austauschen können, ist unbestreitbar. Manchmal braucht man aber auch Platz für selbstständige Arbeit. In dem Stillarbeitsraum gibt es deshalb keine Diskussionen – dort sitzt jeder an seinem eigenen Schreibtisch und hat die Möglichkeit, sich in Ruhe auf der Arbeit zu konzentrieren. Ohne Lärm und Ablenkungen, in einer Umgebung, die die Produktivität fördert.

    1. blaue Wände

    Die Wände zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen ermöglichen es, dass die Schüler in Ruhe arbeiten, ohne von den anderen gestört oder abgelenkt zu werden. Sie sorgen für einen Schallschutz und vermitteln dazu das Gefühl, dass man seinen eigenen Raum hat. Die Farbe der Wände ist nicht zufällig – das Hellblau fördert die Konzentration. Es stimuliert das Denken, aber hat gleichzeitig einen beruhigenden Effekt. Da im Stillarbeitsraum die Jugendlichen vermutlich wichtige und aufwändige Aufgaben bearbeiten würden, ist es perfekt geeignet um ihnen zu helfen, den Stress abzubauen. Blau erhöht auch das Selbstvertrauen bei Problemlösungen.

    2. Computerarbeitsplätze

    Die ruhige Atmosphäre im Stillarbeitsraum wäre gut geeignet für Arbeit am Computer. Jeder Arbeitsplatz verfügt mit einer Steckdose, sodass die Schüler ihren eigenen Laptop mitbringen und einschalten können. Um Gesundheitsprobleme zu vermeiden, ist bei längerer Arbeit vor einem Monitor die Sitzposition zu beachten. Deshalb wären ergonomische Stühle besonders nützlich, mit flexiblere Rückenlehne und einer Möglichkeit, die Höhe individuell einzustellen. Optimal ist wenn der Monitor sich auf Augenhöhe befindet.

    3. Kaffeemaschine

    Lange ununterbrochene Arbeit könnte anstrengend sein, deshalb würden sich die Schüler auf die Möglichkeit freuen, sich ein warmes Getränk von der Kaffeemaschine zu holen. Es gibt zahlreiche Studien auf die Effekte des Koffeins auf die kognitiven Fähigkeiten und für viele Menschen hilft er, die Produktivität zu steigern. Diejenigen, die keine Kaffee-Fans sind, oder die jüngeren Schüler, könnten natürlich auch einfach Tee oder heiße Schokolade nehmen. 

    4. Pflanzen

    Die Pflanzen haben einen positiven Effekt sowohl auf das Raumklima (indem sie für die Feuchtigkeit der Luft sorgen), als auch auf der Psyche. Ähnlich wie die blauen Wände sind sie beruhigend. Da der Stillarbeitsraum für seriöse Arbeit gemeint ist, ist die Einrichtung asketischer im Vergleich zu den anderen Räumen, deshalb könnte die Atmosphäre dort durch die Pflanzen deutlich angenehmer gemacht werden.

    Schulhof

    Mein Entwurf für einen Schulhof der Zukunft beinhaltet einen guten Mix zwischen Bewegung, Erholung, Naturnähe und Lernmöglichkeiten. Bei dem Entwurf wurde besonders auf die mit Einbeziehung der Natur in den Schulhof geachtet, da eine von der Natur geprägte Umgebung einen positiven Effekt auf die menschliche Psyche und das Wohlbefinden hat (Swami, Barron und Furnham -2018). Generell wurde auch darauf geachtet, dass auch schattenspendende Bepflanzung vorhanden ist, damit der Schulhof auch im Sommer gut genutzt werden kann.

    1. Grünes Klassenzimmer

    Das Grüne Klassenzimmer bildet einen naturnahen Lernraum, welcher besonders in den Sommermonaten eine gute Alternative zu den Schulräumen darstellt. Die umrahmende Heckenbepflanzung kreiert einen einzigartigen, abgetrennten Lernraum an der frischen Luft, welcher die Konzentration fördert und einen ungestörten Unterricht ermöglicht. Das Lernen in der freien Natur hat erwiesenermaßen einen positiven Einfluss auf das Lernverhalten von Schülern (Dettweiler, Lauterbach, Becker und Simon – 2017).

    2. Bepflanztes Amphitheater

    Das Bepflanzte Amphitheater zusammen mit der Gelben, Geschwungenen Bank, bietet Raum zur Begegnung und lädt zur Erholung ein. Es dient im Schulalltag als Sitzgelegenheit und Treffpunkt, kann jedoch während Schulveranstaltungen als Outdoor-Theater genutzt werden. Selbstverständlich bietet auch der naturnahe, bepflanzte Hügel eine schöne Möglichkeit zur Erholung.

    3. Trinkbrunnen

    In der Mitte des Schulhofs befindet sich ein Wasserspender, der von allen Schülern kostenlos benutzt werden kann und auch zum Auffüllen von Flaschen verwendet werden kann. Zum einen bietet der Wasserspender eine gute Möglichkeit zur Hydration und zum anderen fördert er einen gesunden Lebensstil (Muckelbauer, Libuda und Clausen – 2011). Selbstverständlich ist ein Trinkbrunnen auch aus dem Umweltaspekt eine gute Sache.

    4. Betonliegen/Liegebereich

    Die Liegen, welche sich auf einem Rasenbereich vor dem Grünen Klassenzimmer befinden bieten eine tolle Möglichkeit zur Erholung und lockern so den Schulalltag auf. Überdies lädt auch die Liegewiese zum Entspannen ein.

    5. Bewegungsmöglichkeiten

    Um die Konzentration und Aufmerksamkeit der Schüler zu fördern (Leyk und Wamser – 2003), bietet der Schulhof die passenden Bewegungsmöglichkeiten. Die Kletterwand und der Geschicklichkeitsparcours fordern die Schüle motorisch und koordinatorisch und der Basketballplatz bietet Möglichkeiten zum Teamplay.