Adresse Traum Allee 213 20020 Jetztdabei Öffnungszeiten Montag bis Freitag: 10–18 Uhr Samstag und Sonntag: 11–15 Uhr

Pädagogik im digitalen Zeitalter

Die Pädagogik, umgangssprachlich auch Erziehungswissenschaften genannt, setzt sich mit der Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung auseinander.

Im Laufe der Zeit, änderten sich die Ansätze für das optimale Lehren und Lernen ständig. Die Lerntheorien hingen dabei immer mit dem aktuellen Stand der Psychologie zusammen.

Im folgenden werden die bekanntesten Lerntheoretischen Ansätze dargestellt und gezeigt, welche Ansätze uns in der heutigen Medienwelt optimal unterstützen.

Lerntheorien im Wandel

Behaviorismus

Wann und Wer? Anfang des 20. Jahrhundert. Klassisches Konditionieren (Pawlow, Watson) & Operantes Konditionieren (Thorndike, Skinner)

Kerninhalt: Verhalten des Menschen – Lernen durch Verstärkung

Das Verhalten der Menschen stand im Mittelpunkt (nicht das Bewusstsein, da geistige Vorgänge als nicht nachweisbar galten. Reize als Auslöser wirken auf den Menschen, woraufhin das Verhalten als beobachtbare Reaktion folgt (Reiz-Reaktions-Modell).

Lernen ist hier durch eine veränderte Reaktion, also eine Verhaltensänderung auf gewisse Reize, gesehen. Das Lernen konnte somit durch gezielte Hinweisreize und die Verstärkung erwünschten Verhaltens, gesteuert werden.

Rolle des Lehrbeauftragten: autoritärer Lehrstil, Frontalunterricht, starr, das zu vermittelnde Wissen wird im Vorfeld von Lehrern festgelegt.

Kognitivismus

Wann und Wer? 1920er Jahre.  Modellernen (Bandura), Entwicklungsstufenmodelle (Freud, Erikson, Piaget)

Kerninhalt: Individuelle Informationsverarbeitung – Lernen durch Einsicht

Das Lernen als aktive Verarbeitung von Reaktionen im Individuum. Der Mensch speichert wissen als Erkenntnisse ab, welche wieder abgerufen, verknüpft und auf neue Bereiche übertragen werden können.

Rolle des Lehrbeauftragten: Der Lehrer bereitet die Lerninhalte auf, bestimmt also was gelernt wird. Der Lernende hat eine aktive Rolle und entwickelt Lösungswege anhand von Problemstellungen. 

Konstruktivismus

Wann und Wer? 20. Jahrhundert. Brunner, Wygotski, Dewey

Kerninhalt: Individuelle Wahrnehmung – Lernen durch Erleben und Interpretieren

Individuelle Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen. Jeder konstruiert sich seine eigene Wahrnehmung, also gibt es keine allgemeingültige Wirklichkeit. Das Individuelle Auffinden und konstruieren von Problemen steht im Vordergrund.

Rolle des Lehrbeauftragten:

Der Lernende steht im Mittelpunkt. Er bekommt Information zur Verfügung und konstruiert sich sein Wissen selbständig. Der Lehrer wird Coach oder Lernbegleiter. 

Konnektivismus

Was machst du, wenn du etwas lernen willst?

Der  Begriff Konnektivismus wurde  2008 von Stephen Downes und George Siemens geprägt. Um mit der heutigen Informationsflut klar zu kommen, steht bei Ihnen im Fokus, WO wir das Wissen finden können. Lernen ist für Siemens ein Prozess der sozialen und technisch gestützten Vernetzung.  

Rolle des Lehrbeauftragten: Jeder ist Wissensträger und somit Lehrender und Lernender und Bestandteil von übergeordneten Wissensnetzwerken. Der Mensch wird zum autonom Lernenden und  bildet einen Knoten einens riesigen Wissensnetzwerkes.

Daraus enstand auch der Ansatz zum Projektbasiertem Lernen, auf den später weiter eingegangen wird.

→ cMOOCs

cMOOC steht für  (connectivism) Massive Open Online Courses. Es beschreibt Plattformen für Online-Kurse, die kostenfrei belegt werden können. Das Lernen wird zum Event mit Teilnahme und Austausch. Dadurch haben die Kurse Seminar- und Workshop Charakter.

Klassenübergreifendes & Fachübergreifendes Lernen

Fächerübergreifendes Lernen

  • Das Fachübergreifende Lernen ist praxisnah und hilft komplexe Systeme multiperspektivisch zu betrachten.
  • Es ist hilfreich für komplexe Themen wie die Globalisierung oder die Umweltproblematik
  • Selbst Fächer wie Sport könnte man mit Biologie, Chemie oder Ethik verbinden
  • Kompetenzen: Schüler lernen vor allem in Zusammenhängen zu denken

Klassenübergreifendes Lernen

  • Mehrere Klassen lernen zusammen
  • Schüler erleben dadurch wie es ist zu erklären und einem erklärt zu bekommen.
  • Schüler können sich gegenseitig aushelfen
  • Übergang von Kita zur Schule ist einfacher

Projektbasiertes Lernen

Projektbasiertes Lernen ist eine Lernmethode, die ihre Wurzeln im konstruktivistischen Ansatz hat. Diese Lernmethode besteht aus 6-7 Phasen, in denen die Schüler eine aktive Rolle übernehmen, was ihre Lernmotivation positiv beeinflusst. Ein bestimmtes Thema/Problem wird vorgegeben, das bereits von den Lehrern analysiert wurde und ein pädagogische Zweck erfüllt, und die Schüler müssen dafür kreative Lösungen finden und ihre Ergebnisse dann vor der Klasse präsentieren. Bei dieser Lernmethode helfen die Lehrer den Schülern nur bei Fragen nach der Aufgabe und bei der Evaluation des Ergebnisses, wenn sie Feedback geben, nehmen sie keine aktive Rolle ein, da sie die Aufgabe selbst in Gruppenarbeit bearbeiten werden. Die Schüler erwerben durch die Prozesse neue Kompetenzen und lernen neue Fähigkeiten (21.Jahrhundert Skills) wie kritisches Denken, Problemlösung und Kommunikationsfähigkeit. Diese Fähigkeiten werden nicht nur für die akademischen Leistungen in der Schule nützlich sein, sondern bereiten die Schüler auch auf das Berufsleben vor.

Die Vorteile dieser Lernmethode liegen darin, dass die Lernenden durch die kontinuierliche Zusammenarbeit und die Förderung von inklusivem Lernen und Verantwortung stärker motiviert werden, die Frage der gestellten Aufgabe zu beantworten und eine passende Lösung dafür zu finden. Darüber hinaus werden Fähigkeiten wie Kooperation statt Wettbewerb zwischen den Teilnehmern erworben. Damit dies gelingt, ist es besonders wichtig, dass die Aufgabenstellung das Interesse des Lernenden weckt. Das bedeutet, dass das Problem/die Fragestellung für den Lernenden persönlich bedeutsam sein muss und er/sie sich dadurch stärker in die Projektgruppe einbringen wird.

Sie können mehr über dem Thema erfahren in diesen Websites:
https://www.pblworks.org  https://www.edutopia.org/project-based-learning

Umweltprojekte Ideen:
https://www.umwelt-im-unterricht.de/hintergrund/nachhaltigkeit-im-unterricht-themen-und-projekte-planen/



Schule als Abenteuer

Die Bildung als Entdeckungsreise

Kinder sind sehr aktive und neugierige Wesen. Sie haben Lust, Neues zu entdecken und sich Schritt für Schritt das Wissen über die Umwelt anzueignen. Diese grundlegende Neugier junger Menschen sollte in der modernen Didaktik als Motivation genutzt werden. Kinder sollen beim Lernen ohne Zwang die aktive Rolle eines Entdeckers einnehmen und sich so Wissen erschließen, bis sie letztendlich zu Experten werden. Die Lehrer sind dabei lediglich Coaches, die die Schüler unterstützen und ihre Neugier wecken. So sollen die Kinder auch selbstständig Lösungen finden und an Selbstvertrauen gewinnen. Neben projektbasiertem Lernen, gibt es noch weitere „abenteuerliche“ Methoden für eine erfolgreiche Bildung ganz nach dem Modell der „Schule der Zukunft“:

  • Stationenlernen: anhand eines Laufzettels werden Stationen im Klassenzimmer abgelaufen und Aufgaben erledigt
  • Werkstattunterricht: auf mehreren Tischen werden Materialien zu unterschiedlichen Themen verteilt, die Schüler:innen suchen sich einen Tisch aus und arbeiten in Gruppen
  • Offener Unterricht: Schüler bestimmen Lerninhalt und Aktivitäten (setzen Sie trotzdem Grenzen bei der Auswahl)
  • Projektarbeit: siehe oben

Lesen Sie mehr dazu hier:
http://www.zukunftsorientierte-paedagogik.de/

 Quest2Learn: Game-Based-Learning

Spielbasiertes Lernen wird unterstützt durch ausgearbeitete Brettspiele mit Interaktionen, die es Schülern ermöglichen in die Rolle von Detektiven, Wissenschaftlern, Designern, etc. zu schlüpfen, um auf die Weise in Teams unterrichtsrelevante Aufgaben zu bewältigen. 

„Es fühlt sich an wie Spielen“: den Schülern werden jegliche Lerninhalte nicht mehr aufgezwungen, stattdessen entwickeln sie eine eigene Neugier für die Themen und somit die Motivation sich neues Wissen anzueignen. Spiele sind zum Lernen vor allem geeignet, da sie uns zeigen, ob wir gerade etwas richtig machen oder ob wir dabei sind zu verlieren. Beim Spielen, lernen wir durch Feedback unsere Fehler zu erkennen und bekommen stets die Möglichkeit, eine Aufgabe zu wiederholen und die richtige Lösung anzuwenden. Dabei wird eine gewisse Selbstständigkeit erzielt, durch das Arbeiten in einer Gruppe stärkt man aber auch die Teamfähigkeit. Der Lehrer beobachtet dabei den Prozess und kann feststellen, wie die Schüler mit Emotionen und Wettbewerb umgehen. Seine Aufgabe besteht darin, eine faire Aufgabenverteilung in den Teams zu bewerkstelligen und den Schülern in Form von Feedback zu helfen.

Die offizielle Website von Quest2Learn: 
https://www.q2l.org/about/


Mit einem Klick auf das obige Bild rufen Sie ein YouTube-Video auf und erteilen damit Ihre Einwilligung darin, dass YouTube auf dem von Ihnen verwendeten Endgerät Cookies setzt, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen können. Näheres zur Cookie-Verwendung durch Youtube finden Sie in der Cookie-Policy von Google.

Umgang mit Benachteiligten

In einer “modernen” Schule sollte auf alle Fälle eines der übergeordneten Ziele darin bestehen, das Lernen und die Entwicklung für jedes Kind zu ermöglichen, dabei Barrieren abzubauen und Diskriminierung und sozialer Benachteiligung entgegenzuwirken. Hier sollte der Fokus darin liegen, die Vielfältigkeit und Einzigartigkeit eines jeden Kindes wertzuschätzen und individuell zu fördern. 

Wichtig ist, dass sich nicht das Kind an die Gesellschaft oder Norm anpassen soll, sondern umgekehrt. Es sollten Strukturen und Wege geschaffen werden, sodass das Kind ohne große Einschränkungen an allen gesellschaftlichen Bereichen teilhaben kann – unabhängig von seinen physischen, intellektuellen, sozialen, emotionalen, sprachlichen oder anderen Fähigkeiten. 

Im Folgenden finden Sie noch ein paar Videos zum Thema „Umgang mit benachteiligten Schülern“:

Der Spiegel führt dabei in einer mehrteiligen Dokumentation einige Beispiele auf, wie benachteiligte Schüler je nach Situation besser gefördert werden können bzw. welche Möglichkeiten und Ansätze bereits bestehen und evtl. weiterentwickelt werden können.

Quarks veröffentlichte hierzu ebenfalls einen sehr interessanten Bericht, in dem erklärt wird, was Inklusion ist, wie die heutige Situation aussieht und was dafür getan werden muss, damit sich die Inklusion stetig verbessern und weiterentwickeln kann.


Mit einem Klick auf das obige Bild rufen Sie ein YouTube-Video auf und erteilen damit Ihre Einwilligung darin, dass YouTube auf dem von Ihnen verwendeten Endgerät Cookies setzt, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen können. Näheres zur Cookie-Verwendung durch Youtube finden Sie in der Cookie-Policy von Google.

Mit einem Klick auf das obige Bild rufen Sie ein YouTube-Video auf und erteilen damit Ihre Einwilligung darin, dass YouTube auf dem von Ihnen verwendeten Endgerät Cookies setzt, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen können. Näheres zur Cookie-Verwendung durch Youtube finden Sie in der Cookie-Policy von Google.

Mit einem Klick auf das obige Bild rufen Sie ein YouTube-Video auf und erteilen damit Ihre Einwilligung darin, dass YouTube auf dem von Ihnen verwendeten Endgerät Cookies setzt, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen können. Näheres zur Cookie-Verwendung durch Youtube finden Sie in der Cookie-Policy von Google.

Mit einem Klick auf das obige Bild rufen Sie ein YouTube-Video auf und erteilen damit Ihre Einwilligung darin, dass YouTube auf dem von Ihnen verwendeten Endgerät Cookies setzt, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen können. Näheres zur Cookie-Verwendung durch Youtube finden Sie in der Cookie-Policy von Google.

Moderne Ansätze der Leistungsbewertung

Es wird immer häufiger diskutiert, ob Noten in der Schule abgeschafft werden sollten. Seither entstanden einige neue Ansätze für die Leistungsbewertung der Schüler, welche auch schon in einigen Schulen ihren Einsatz gefunden haben. Noten gibt es zwar immer noch, dennoch können zusätzliche Arten der Bewertung den individuellen Lernfortschritt immens fördern.

Lernjournale

Die Schüler führen ein „Tagebuch“ nach jeder Schulstunde und notieren, was sie gelernt haben.

Reflexionsbögen

Die Schüler bewerten ihren eigenen Lernfortschritt bzw. -ertrag in bestimmten Abständen.

Portfolios

Sammlung an Arbeitsprodukten: veranschaulichen individuelle Lernerfolge und erworbene Kompetenzen (auch außerschulische Fähigkeiten).

Lernzielkataloge

Über längeren Zeitraum festgelegte Kriterien zur kognitiven, sozialen und personalen Entwicklung (z. B. ein Schulhalbjahr).

Bewertung durch Lehrer oder Schüler.

Partnerbewertung/ Peer-Review

Punktevergabe bzw. Bewertung durch Mitschüler (z. B. bei Referaten) oder Feedbackbögen.

Festgelegte Kriterien, um Fairness aufrechtzuerhalten.

 

Gruppenjournale/ Projektlogbücher

Reflexion des Lernfortschritts innerhalb Arbeits- oder Projektgruppen.

Fragebögen

Beurteilung der Mitwirkungsqualität.

 

Lernkonferenz

Gemeinsame Beratung zu den Lernprozessen.

Beteiligung an Auswahl der Lerninhalte und der Lehr- bzw. Lernorganisation.